Die Krankheit

Das Bedrohliche der Krankheit «Buruli ulcer» ist nicht die ab- solute Anzahl an Erkrankungen. Furchtbar sind die Folgen für die Betroffenen: Zum Zeitpunkt der Entdeckung sind über die Hälfte der Patienten, meist Kinder, bereits verstümmelt.


Buruli verstümmelt Kinder

  • Die genaue Zahl der von Buruli befallenen Menschen ist nicht bekannt. Schätzungen gehen von 4 000 bis 5 000 jährlichen Neuerkrankungen aus.
  • Etwa 70% der Erkrankten sind jünger als 15-jährig.
  • Häufig sind diese Menschen bereits verstümmelt, wenn die Krankheit entdeckt wird.
     

Infektionskrankheit

  • Buruli ulcer wird durch das Mycobacterium Ulcerans verursacht. Dieses Bakterium ist mit den Erregern von Tuberkulose und Lepra verwandt.
  • Erstmals wird Buruli Ende des 19. Jahrhunderts in Uganda als eigenes Krankheitsbild beschrieben. Die Beobachtungen werden jedoch ignoriert.
  • 1948 wird die Krankheit in Australien zum ersten Mal genau definiert und das Mycobacterium Ulcerans als Erreger genannt (ulcerieren = zerstören).
  • Die Region «Buruli» in Uganda wird aufgrund vieler Erkrankungen in dieser Region in den 1960er Jahren zum Namensgeber der Krankheit.
     

Ansteckung – Buruli breitet sich aus

  • Wahrscheinlich gibt es Buruli schon seit weit längerer Zeit. Die Krankheit wurde jedoch weitgehend ignoriert und das Leiden der Betroffenen blieb somit im Verborgenen.
  • Aufgrund der weltweiten Zunahme der Erkrankungen erklärte die Versammlung der Weltgesundheitsorganisation Buruli im Jahre 2004 zur Bedrohung für die Weltgesundheit und zum Hindernis bei der Erreichung der UN-Welt-Entwicklungsziele.
     

Ansteckungswege unbekannt

  • Die Art der Buruli-Übertragung ist bis heute noch immer unbekannt.
  • Eine Übertragung von Mensch zu Mensch scheint eher unwahrscheinlich.
  • Die Rolle bestimmter Wasserinsekten, Fliegen oder Mücken in der Übertragungsreihe ist noch nicht genau bekannt.
     

Unbemerkte Zerstörung

  • Das Buruli-Bakterium gelangt unter die Hautoberfläche, bevorzugt an den Beinen. Dort vermehren sich die Bakterien und zerfressen das Unterhautgewebe über Wochen und Monate hinweg schleichend, ohne dass die Erkrankten besondere Schmerzen spüren oder an Fieber leiden.
  • Äusserlich ist oft nur ein kleiner Pickel oder eine leichte Schwellung erkennbar.
     

Grosse Schäden und bleibende Behinderungen

  • Letztlich stirbt die Haut über den entzündeten Bereichen ab und ein fürchterliches Geschwür wird sichtbar. Ohne entsprechende Behandlung breitet sich die Infektion weiter aus.
  • Nachdem sich die Zerstörung über ein Bein oder einen Arm ausgebreitet hat, entstehen narbige Verwachsungen, welche die Bewegung der Extremitäten behindern.
  • Ohne Behandlung brennt die Krankheit irgendwann aus. Die Betroffenen sind schwer verkrüppelt, können nicht mehr gehen oder ihre Arme und Hände nicht mehr benutzen.
     

Behandlung

  • Wird Buruli zu spät erkannt, ist eine grossflächige chirurgische Behandlung mit Transplantationen der Haut und langwieriger Krankengymnastik unumgänglich.
  • Frühformen der Krankheit sprechen mässig auf Antibiotika an, können jedoch relativ einfach operativ behandelt und geheilt werden.
  • Wenn auch die Knochen in Mitleidenschaft gezogen worden sind, bleibt die Amputation oft die einzige Möglichkeit um das Leben des Patienten zu retten.

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