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Die Patienten im «Wartezimmer» vom «Mile 4» unter den Bäumen.

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Projekt des Monats Juli: Lepra-Operationssaal in Nigeria

Hilfe für «Mile 4»

Ausgebildete Ärzte, die Leprapatienten mit Geschwüren operieren könnten, gibt es in Abakaliki im Südosten Nigerias. Aber das nützt nichts, solange der Operationssaal unbrauchbar ist.

Im «Mile 4»-Spital in Abakaliki, rund 100 Kilometer von der kamerunischen Grenze entfernt, gibt es Ärzte, welche die notwendigen Leprabehinderungen operieren könnten. Aber der Operationsaal der Lepraabteilung braucht dringend eine Renovation – zum Beispiel ein neues Dach, ein Wassertank und sanitäre Installationen

Mehr als ausgelastet

Über die deutsche Organisation DAHW, die seit Jahrzehnten in Nigeria tätig ist, unterstützt FAIRMED, ehemals Leprahilfe Emmaus Schweiz, die Renovation des Lepra-Operationssaals. Im bevölkerungsreichsten Staat Afrikas werden jährlich offiziell rund 5‘000 neue Leprakranke registriert, die Dunkelziffer ist jedoch unbekannt. Die Stadt Abakaliki, Hauptstadt des Bundesstaats Ebonyi, hat geschätzte 140‘000 Einwohner. In den letzten Jahren haben die Spitalveranwortlichen vom «Mile 4», das in ausserhalb von Abakaliki liegt, feststellen müssen, dass die Zahl der neuen Lepraerkrankungen wieder leicht am Steigen ist.

Der Operationssaal von Abakaliki mit undichtem Dach und weitgehend fehlender Ausrüstung.

Im Jahr 1946 hat ein Bischof die Lepraarbeit in Abakaliki aufgenommen. Heute werden im Spital auch viele TB-Kranke, die teilweise zudem HIV-infiziert sind, sowie Schwangere und Kinder behandelt. Das Krankenhaus ist mehr als ausgelastet. «Wir sehen hier in erster Linie die Menschen, die zu uns kommen und unsere Hilfe benötigen», sagt Dr. Joseph Chukwu, leitender Arzt der DAHW in Nigeria. Er ist nach seiner Ausbildung in Österreich in sein Heimatland zurückgekehrt, weil er den Menschen in seinem Land helfen wollte.

Ein Dach, ein Sterilisator und Instrumente

«Die Sicherheitssituation ist hier unten im Süden in Ordnung. Im Spital können wir gut arbeiten», antwortet er auf die Frage, nach der Lage in seinem Land, das von grossen sozialen Spannungen betroffen ist. «Wir haben im Süden eigentlich auch genügend Gesundheitszentren, aber die Qualität der Lepraarbeit reicht nicht immer aus». Die Partnerorganisation von FAIRMED führt in Nigeria ein mehrjähriges Ausbildungsprogramm für Ärzte in Wiederherstellungschirurgie durch. Aber damit die Patienten in Abakaliki auch tatsächlich Hilfe bekommen können, braucht es die notwendige Ausrüstung.

Das Dach des bestehenden Lepra-Operationssaal im «Mile 4»-Spital ist nicht mehr dicht und die sanitären und elektrischen Einrichtung funktionieren nicht mehr. Auch Fenster, Türen und die Toilette müssen erneuert werden. Zudem fehlt es an so grundlegenden Sachen wie einem Sterilisator, einem Operationstisch und den notwendigen Instrumenten.

Qualität ist stärker als Vorurteile

Die meisten Leprapatienten in Abakaliki kommen selber zum Spital, weil sie eine Lepra befürchten. Das Stigma der Lepra ist immer noch ein Problem, wie Dr. Chukwu beschreibt. «Aber ich war erstaunt festzustellen, wie viele Nicht-Leprakranke trotzdem zu uns kommen.» Offensichtlich ist die Qualität der Arbeit, die die Ärzte und Schwestern im «Mile 4» leisten, so bekannt, dass die Menschen trotz ihren Vorurteilen wegen Lepra, dort Hilfe suchen.

Hospitalisiert werden vor allem die Leprakranken, die an Geschwüren leiden oder deren Glieder mit einer Operation wieder beweglich gemacht werden können. Die Unterstützung der Betroffenen geht aber über die reine medizinische Betreuung hinaus: Die Partnerorganisation von FAIRMED ermöglicht ihnen auch Aus- und Weiterbildungen oder unterstützt ehemalige Leprapatienten mit Kleinkrediten.

Nigeria steht vor vielen Herausforderungen, nicht nur im politischen und sozialen Bereich. Die Krankheitslast des Landes ist enorm gross, die Kindersterblichkeit ist hoch, die Lebenserwartung ist mit knapp 47 Jahren extrem tief. Mit der Renovation des Operationssaales trägt FAIRMED einen kleinen Schritt dazu bei, dass die Last für die Leprakranken in Abakaliki etwas leichter wird.

Weitere Infos über Lepra finden Sie hier.

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Spezialschuhe zum Schutz gefühlloser Leprafüsse kosten 38 Franken. Geschwüre, die sich aus Verletzungen ergeben, müssen operiert werden. Mehrere 100 Franken kostet eine Operation im Spital. Eine unvorstellbare Summe für Menschen in Nigeria.

Angehörige der Patienten bereiten das Essen in der Spitalküche zu.


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