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Zur Jubiläumsseite 50 Jahre : ein Anfang!

Geschichte

Die Meilensteine in der Geschichte von 1959 bis heute

1959
Mitglieder der "Freunde von Emmaus Bern" beschliessen, etwas gegen die Lepra und für die davon Betroffenen zu unternehmen. Im Sinne der Devise "Hilf zuerst dem Ärmsten" entsteht so das Nationale Komitee für die Aussätzigen.

1960
Als Zweig der Schweizerischen Emmaus-Vereinigung und wenig später als unabhängige Institution nimmt die Aussätzigenhilfe unter ihrem ersten Präsidenten Marcel Farine die Tätigkeit auf. Mittel und Wege werden gefunden, direkte und langfristig sinnvolle Hilfe unabhängig von sozialer, ethnischer und religiöser Zugehörigkeit zu leisten. Erste Projekte in Kamerun, Indien und Tanganyika werden unterstützt.              

1962
Die weltweite Hilfe wächst schnell. Bereits werden über 30 Projekte unterstützt.

1964
60 Leprastationen in 28 Ländern erhalten Zuwendungen im Wert von 1,4 Mio. Franken. Bedeutungsvoll sind vor allem in den Sechziger Jahren die eigenen Projekte mit Schweizer Krankenschwestern, Therapeuten, Freiwilligen und Ärzten wie Dr. K. Winsch, Dr. C. Heinz, Dr. N. Zwicky, Dr. U. Jaggi oder Dr. R. Hehl, von denen einige massgeblich zum Aufbau namhafter Leprazentren beitrugen.

1965
Erstausgabe des Mitteilungsblattes mit dem späteren Namen "Ein Herz für die Aussätzigen", das bis heute fünf mal jährlich verschickt wird.

1966
Die Aussätzigenhilfe gehört zu den Gründungsmitgliedern der Internationalen Vereinigung der Lepra-Hilfswerke ILEP. Die Gründerversammlung findet im Nationalratssaal des Bundeshauses in Bern statt. Erster Präsident wird Marcel Farine, der die Statuten verfasste. Übernahme ILEP-Koordination in Marokko.

1968
Übernahme der ILEP-Koordination in der Türkei.

1974
Übernahme der ILEP-Koordination in Kamerun und in der Zentralafrikanischen Republik.

1975
Die ILEP wird mit der Aufnahme von Mitgliedern aus dem amerikanischen und pazifischen Raum zu einer weltweiten Organisation, die über 900 Projekte unterstützt. Übernahme der ILEP-Koordination in Sri Lanka.

1976
Bau des Emmaus-Lepraspitals im südindischen Hubli unter der Leitung von Dr. V.P. Macaden. Eröffnung des Regionalbüros für Indien und Sri Lanka im südindischen Chennai (Madras), das mit der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) geteilt wird.

1977
In Palamaner im indischen Bundesstaat Andhra Pradesh wird unter der Leitung des indischen Arztes Dr. J.W. Jacob das Emmaus Lepra Zentrum eröffnet.

1980
Eröffnung des Regionalbüros für Äquatorialafrika in Yaoundé (Kamerun).

1984
Mit der Einführung der wirksamen Kombinationstherapie kann Lepra geheilt werden. Die neue Strategie der aktiven Fallfindung beginnt.

1989
Marcel Farine übergibt die Präsidentschaft der Aussätzigenhilfe nach 30 Jahren Amtszeit an Walter Rosenfeld.

1991
Die 44. Weltgesundheitsversammlung WHO beschliesst die Eliminierung der Lepra als Volkskrankheit bis zum Jahr 2000.

1995
Rolf Lehmann löst Walter Rosenfeld als Präsident ab.

1997
Übernahme der ILEP-Koordination im indischen Staat Karnataka.

1999
Die Strategie der WHO beinhaltet die Integration der Lepra in die Strukturen der öffentlichen Gesundheit. Die aktive Fallfindung wird eingestellt und die Gesundheitsdienste werden unterstützt und trainiert, um sich um die Leprakranken zu kümmern.
René Stäheli wird neuer Geschäftsführer.

2000
Namensänderung von "ALES Aussätzigenhilfe Emmaus Schweiz" zu " Leprahilfe Emmaus Schweiz".

2001
In Kamerun wird das erste Buruli-Projekt lanciert.

2002
Diversifikation der behandelten Krankheiten in den indischen Spitälern.

2006
Die Leprahilfe erhält das Qualitätsgütesiegel ISO 9001:2000 und das NPO-Label für Management Excellence.

2007
Das neue Leitbild beschreibt den neuen Fokus der Aktivitäten in der Überlappung von Armut und Krankheit. Erste Projekte mit diesem Schwerpunkt beginnen in Kamerun und Indien.

2009
Namensänderung zum 50-Jahr-Jubiläum: Aus Leprahilfe Emmaus Schweiz wird FAIRMED.


Weitere Informationen zu unseren Projekten vor Ort finden Sie hier:
Projekte in Asien
Projekte in Afrika

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Die Anfänge

Mehr als eine halbe Million Leprapatienten geheilt, Tausende burulikranker Kinder geholfen, Zehntausenden von Menschen ein Leben in Würde ermöglicht, dank 150 Millionen Spendenfranken – so sieht unsere Bilanz von 50 Jahren Einsatz gegen Lepra und andere Armutskrankheiten aus.

„Meine Freunde, zu Hilfe! Eine Frau ist heute Nacht um drei Uhr auf dem Trottoir des Boulevard Sébastopol erfroren. Jede Nacht gibt es mehr als 2000 Obdachlose, in der Kälte, ohne Dach, ohne Brot, einige fast nackt.“ Mit diesen Worten rüttelte Abbé Pierre im Winter 1954 die Franzosen in einer legendären Radiosendung auf. Das war der Anfang der Emmaus-Bewegung. Der 2007 verstorbene „Vater der Armen“ mobilisierte in der Folge auch in der Schweiz zahlreiche Menschen, sich hier für die Bedürftigen einzusetzen.

Marcel Farine und die Freunde von Emmaus begannen in Bern Mittellose, Alte und Kranke zu unterstützen. Die Minimalrente der AHV betrug damals gerade mal 75 Franken. Im Februar 1956 bei 20 Grad minus verteilten die Freiwilligen Kohle an Menschen mit Behinderungen, an Familien, die sich kaum Kleider für ihre Kinder leisten konnten, an einen alten Mann in einer Bruchbude, deren Boden von einer 3 cm dicken Eisschicht bedeckt war. So entstand die Schweizerische Emmaus-Vereinigung.

12 Millionen Leprakranke und ein unwirksames Medikament

1959 beschlossen die Schweizerischen Emmaus-Vereinigung, Marcel Farine und die Freunde von Emmaus Bern unter dem Motto „Hilf zuerst dem Ärmsten“ auch das Elend in der Dritten Welt zu bekämpfen. Sie gründeten ein Nationales Komitee für die Aussätzigen. Die Ärmsten der Armen waren in den 1960er Jahren die 12 Millionen Leprakranken, denen ein schreckliches Schicksal vorgezeichnet war. Nicht nur dass ihr Körper langsam verfaulte, hinzu kam die soziale Ausgrenzung. 1960 folgten so viele Berner einem Spendenaufruf, dass erste Projekte in Kamerun, Tanganyika und Indien unterstützt werden können. 

Lesen Sie die ganze Geschichte in der Jubiläumsausgabe des Magazins vom März 2009 (pdf/2MB)