

Wir setzen uns für die Menschen ein, die im Teufelskreis von Armut und Krankheit gefangen sind.
Sozialer und wirtschaftlicher Status sind für die Gesundheit eines Menschen entscheidend. In Berlin, einer Metropole der sogenannten Ersten Welt, leben die Menschen in den ärmsten Stadtteilen fast sechs Jahre kürzer als Menschen in den reichen Quartieren. In den Megastädten der sogenannten Dritten Welt leben die Wohlhabenden so lange wie bei uns in Europa. Die Armen aber sterben Jahrzehnte früher. Der tägliche Kampf ums Dasein, Hunger, Rechtlosigkeit, fehlende Bildung besonders der Frauen und Mädchen, erbärmliche Wohnbedingungen, schmutziges Trinkwasser und verseuchte Abwässer, Kriminalität, Lärm und Umweltverschmutzung macht die Menschen krank.
Arme Menschen sind öfter krank und haben oft keinen Zugang zu Gesundheitsdiensten. Es fehlt das Geld und die Zeit, denn wer krank ist, kann nicht arbeiten. Arme Menschen leben von der Hand in den Mund, was heute erarbeitet ist, wird heute verbraucht. Eine Krankheit verhindert die Arbeit. Und wer nichts verdient, kann auch nicht essen. So wird Krankheit schnell zur Katastrophe, nicht nur für die Erkrankten, sondern für die ganze Familie. „Eine leichte Krankheit kostet ein Huhn, ein schwere ruiniert dich“, sagt ein asiatisches Sprichwort.
„Jeder Mensch hat das Recht auf einen Lebensstandard, der ihm und seiner Familie eine angemessene Gesundheit ermöglicht sowie ein Recht auf Ernährung, Wohnraum und auf medizinische und soziale Dienste“ (Artikel 25, Gründungserklärung der Vereinten Nationen zu den Menschenrechten von 1948). Die Wirklichkeit sieht anders aus: 1.5 Milliarden Menschen leben auch im 21. Jahrhundert in absoluter Armut, d.h. mit weniger als 1 USD pro Tag, und 3 Milliarden müssen mit weniger als 2 USD pro Tag auskommen. Fast eine Milliarde dieser Menschen hat keinen angemessenen Zugang zu medizinischer Versorgung.
Ohnmächtig sein, keinen Besitz haben, ohne Rechte sein, ohne verlässliches Einkommen und ohne verlässliche Ernährung, jederzeit vertrieben werden können, bei Krankheit mit Grobheit und Respektlosigkeit behandelt werden – so sieht die Realität der Ärmsten aus. Unter den Milliarden von Armen sind es besonders diejenigen, welche ganz am Rand der Gesellschaft stehen, die auch als allerletzte medizinische Behandlung in Anspruch nehmen können. Für diese Menschen ist jede Krankheit und jeder Unfall gefährlich: jede Schwangerschaft bringt die Frauen in Lebensgefahr, ihre Kinder sterben viel zu oft an Seuchen, die mit einfachsten Mitteln vermieden oder behandelt werden könnten.
Es sind diese Menschen, die zudem sozial ausgegrenzt werden, weil sie zu sogenannten primitiven Stämmen gehören wie die Pygmäenvölker in Afrika oder die „Tribal People“ in Indien. Oder jene, die in den herunterkommensten Quartieren der sowieso schon schmutzigen Slums der Megastädte leben müssen, in einfachsten Hütten, die als illegale Siedlungen gelten und deshalb von jeder Infrastruktur abgeschnitten sind. Und es sind auch die Menschen, die immer noch ausgestossen werden wegen ihrer Verstümmelungen durch Lepra, Buruli oder andere vernachlässigte Krankheiten.
Die Ärmsten der Armen, das sind die Menschen, denen unsere Aufmerksamkeit in den letzten 50 Jahren gegolten hat und für die wir in Zukunft noch mehr tun wollen. Die Verbesserung ihrer Gesundheit und ihrer Lebensbedingungen ist unser Ziel. Auch für sie sollen die Millenniums-Entwicklungsziele gelten (siehe Spalte rechts), und auch sie sollen sich selber entwickeln dürfen wie es die Ottawa Charta (Englisch/Französisch) beschreibt.
2000 wurden die Millenniumsziele von den Vereinten Nationen verabschiedet. Sie beschreiben ehrgeizige Ziele in acht verschiedenen Bereichen und dienen als Orientierung für Pläne der Weltgemeinschaft bis 2015.
Wir haben die globalen Ziele für unsere Projektarbeit übersetzt. Wir unterstützen die Ärmsten der Armen, damit sie es mit unserer Hilfe schaffen, ihre eigenen Millenniumsziele zu erreichen:
1. Unsere Familien haben Nahrung und Auskommen, bei Krankheit haben wir die Mittel, die eine Behandlung möglich macht.
2. Unsere Kinder gehen zur Schule.
3.
Wir Männer und Frauen entscheiden gemeinsam.
4.
Alle unsere Kinder sind gesund.
5.
Bei uns sind Geburten und Schwangerschaften sicher.
6. Wir schützen uns und unsere Kinder vor vermeidbaren Krankheiten.
7.
Wir halten unsere Umwelt sauber.
8. Wir beteiligen uns alle an der Entwicklung unserer Gemeinschaft in der Nachbarschaft und im Dorf oder in der Stadt.
Als gesundheitlich orientiertes Hilfswerk setzten wir unser Schwergewicht auf die Ziele 4 bis 6, durch Partnerschaften in der Vernetzung mit anderen Organisationen und auch dem Staat wirken wir aber auch positiv auf die Erreichung aller anderen Entwicklungsziele ein.