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Zur Jubiläumsseite 50 Jahre : ein Anfang!

Geschichte der Leprabekämpfung

Lepra – seit langer Zeit mit Stigma behaftet

17. Jahrhundert v. Chr.
Im Codex Hammurabi, den Gesetzesschriften des babylonischen Königs Hammurabi, taucht der Begriff für Lepra erstmals zur gesetzlichen Regelung des Ausschlusses von Erkrankten aus der Gesellschaft auf.

Antike
600 v. Chr.: Lepra wird im indischen Sanskrit mit "Kushtha", "Zerfressen", bezeichnet und genannt; 200 v. Chr. ebenso im hebräischen Original des Alten Testaments als "Tsaraath".

Spätes Mittelalter
Starke Verbreitung in Mitteleuropa bis ins 17. Jahrhundert mit 20’000 Leprosorien.

1873
Der norwegische Arzt G.A. Hansen entdeckt das Mycobacterium Leprae.

1941
Erstmaliger Einsatz des Medikamentes Dapson gegen Lepra.

1962/63
Erstmaliger Einsatz der neuen Wirkstoffe Clofazimin und Rifampicin.

1964
Bis in die späten Siebzigerjahre entwickelt sich eine weit verbreitete primäre und sekundäre Resistenz gegen Dapson, wodurch dieses Medikament als Monotherapie nutzlos wird.

1981
Erste Behandlung mit dem MDT-System, einem Medikamenten-Cocktail aus Rifampicin, Clofazimin und Dapson.

1991
WHO beschliesst Eliminierung der Lepra als Volkskrankheit bis zum Jahr 2000. Eine Eliminierung als Volkskrankheit wird definiert als unter 1 registrierten Erkrankungsfall pro 10'000 Einwohnern.

1993
Empfehlung zur Standard-MDT-Behandlung während 24 Monaten für MB-Patienten und 6 Monaten für PB-Patienten.

1995
Kostenlose MDT-Abgabe durch die WHO dank der Hilfe der Nippon Foundation.

1997
Verkürzung der Behandlungsdauer für MB-Patienten von 24 auf 12 Monate.

1999
WHO ruft die Globale Allianz zur Eliminierung der Lepra als Volkskrankheit bis im Jahr 2005 aus.

2000
Im Jahr 2000 werden 500'000 neue Leprapatienten weltweit gefunden, das Ziel der Eliminierung als Volkskrankheit wird in vielen Ländern nicht erreicht.

Der Basler Pharmakonzern Novartis verpflichtet sich, weltweit die Lepramedikamente für fünf Jahre kostenlos zur Verfügung zu stellen.

2003
Im Jahr 2003 werden fast 500'000 neue Leprapatienten entdeckt. Die internationalen Leprahilfswerke zweifeln daran, dass die Lepra in den betroffenen Ländern rasch zurückgedrängt werden kann.

2005
Das Ziel der Eliminierung auf nationaler Ebene wird 2005 von neun Staaten noch nicht erreicht. Dies sind Angola, Brasilien, Demokratische Republik Kongo, Indien, Madagaskar, Mozambique, Nepal, Tansania und die Zentralafrikanische Republik. In diesen Ländern lebten 2004 ca. 85% aller neuen Leprakranken der Welt.

Novartis verlängert seinen Vertrag mit der WHO: bis 2010 werden weiterhin alle Anti-Lepra Medikamente vom Konzern kostenlos zur Verfügung gestellt.

2006
Ein dramatischer Rückgang der Neuerkrankungen hat stattgefunden: Im Verlauf des Jahres 2005 werden noch 300'000 neue Fälle weltweit von der WHO registriert. Dies  ist ein Rückgang um ein Viertel innerhalb eines Jahres und ist vor allem auf die Veränderungen in Indien zurückzuführen. Dort sinkt die Zahl der Meldungen um 35% von 260'063 auf 169'709. Viele Experten zweifeln aber die Korrektheit der Zahlen an.

Eine neue Strategie zur Fortsetzung des Kampfes gegen Lepra (2006–2010) wird von der WHO in Zusammenarbeit mit den Leprahilfswerken der Welt entwickelt.

2007
Die neue WHO Strategie 2006–2010 setzt auf die Fortsetzung des Kampfes gegen die Lepra durch die Bereitstellung und Erhaltung angemessener Kontrollmassnahmen.

2009
Die neuen Leprazahlen der WHO deuten auf eine Stagnation hin. 2008 wurden rund eine Viertelmillion Neuerkrankungen gefunden. Das sind kaum weniger als im Jahr 2006 und 2007.

2010
Die WHO registrierte 2009 insgesamt 244‘796 neue Leprafälle. Das sind nur 4211 Fälle weniger als im Jahr davor. Damit scheint sich die Prognose vieler Fachleute zu bestätigen, dass nur durch die Behandlung der Lepra mit Medikamenten die Krankheit, wenn überhaupt, nur sehr langsam zurückdrängen kann.

In 16 Ländern der Welt lebten 2009 ca. 93% aller neuen Leprafälle, allen voran Indien (133‘717) und Brasilien (37‘610), gefolgt von Indonesien (17‘260). In 13 weiteren Ländern wurden jeweils zwischen 1000 und 5500 Neuerkrankte registriert. Dabei handelt es sich um Bangladesch, Demokratische Republik Kongo, Äthiopien, Nepal, Nigeria, Tansania, Myanmar, Sudan, Philippinen, Madagaskar, Mozambique, Sri Lanka und China.

Für die Jahre 2011–2015 verfolgt die WHO eine neue Strategie. Im Mittelpunkt steht nicht mehr die sogenannte «Elimination» der Krankheit. Das Hauptziel ist neu, die Behinderungen durch Lepra zu reduzieren. Die WHO hat erkannt, dass die Ausrottung der Lepra mehr als einen «letzten Schub» braucht, es geht mehr um einen Langstreckenlauf. Ohne neue Mittel wie z.B. einer Impfung kann die Krankheit nur ausgerottet werden, wenn die Lebensbedingungen armutsbetroffener Menschen nachhaltig verbessert werden.


Weitere Informationen zu unserer Lepraarbeit vor Ort finden Sie hier:
Projekte in Afrika
Projekte in Asien

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Von Lepra gezeichnet

Drohende Behinderung

Für jeden zehnten Leprapatienten gilt leider auch heute noch: Einmal Lepra – immer Lepra.

Infektiöser Lepra-Beginn...

Die infektiöse Lepra ist heilbar, die Bakterien können durch die Antibiotika-Therapie in sechs bis zwölf Monaten abgetötet werden.

Was die antibiotische Behandlung jedoch nicht erreichen kann, ist die Wiederherstellung des verlorenen Schmerz- und Tastgefühls. Auch fehlt die Beweglichkeit der Hände und Füsse, wenn deren versorgende Nerven zerstört wurden.

...und chronischer Lepra-Zustand

Das typische Bild der Lepra mit den grausamen Verstümmelungen droht deshalb auch heute noch. Diese Zerstörungen sind das Ergebnis von Lähmungen, Verletzungen, Entzündungen, wenn die Vorbeugung fehlt oder versagt.

Verhütung von Verschlimmerung

Verhütung der Verschlimmerung, das ist die Aufgabe der Prävention bei Lepra.

Durch regelmässige Pflege der Füsse und durch schützendes Schuhwerk können Geschwüre verhindert werden.

Durch den Gebrauch von Handschuhen und eine regelmässige Salbung der Hände können die Finger und Hände erhalten bleiben.

Durch Schutzbrille, befeuchtende Augen-Tropfen oder -Salben kann das Auge geschützt werden.

Wiederherstellung bei entstandenen Schäden

Dennoch kommt es bei Menschen mit chronischem Lepra-Zustand immer wieder zu Schäden.

Harte körperliche Arbeit und weite Wege zu Fuss erzeugen Belastungen, denen die geschädigten Füsse und Hände oft nicht standhalten können.

Behandlung bei chronischer Lepra sind teuer

Lepraspitäler sind weltweit immer noch erforderlich, vor allem für die Behandlung und Verhütung der schweren Folgeschäden.

Die chirurgischen Stationen sind meist Anlaufstellen von PatientInnen mit Fussgeschwüren, Hand- und Augenverletzungen.

Chirurgische Behandlungen und Krankengymnastik kosten viel Geld, mehr Geld, als die armen Patienten bezahlen können.

Fairmed unterstützt deshalb den Betrieb von Lepraspitälern weltweit.