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Fragen und Antworten zu Buruli

1. Was ist Buruli?

Buruli ist eine Infektionskrankheit, verwandt mit dem Erreger von Lepra und Tuberkulose. Das Bakterium gelangt unter die Haut, wo es sich lange weitgehend unbemerkt verbreitet und das Unterhautgewebe zerfrisst, ohne Schmerzen zu verursachen. Wenn die Haut schliesslich über dem infizierten Gebiet abstirbt, wird ein riesiges Geschwür sichtbar.

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2. Wie wird Buruli übertragen?

Die genauen Übertragungswege von Buruli sind noch immer nicht bekannt. Von Mensch zu Mensch wird die Krankheit wahrscheinlich nicht übertragen. Man vermutet, dass die Nähe und der Kontakt zu Wasser sowie Insekten einen Zusammenhang mit der Erkrankung haben.

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3. Wie sieht das Krankheitsbild aus?

Der Buruli-Erreger zerstört das Unterhautgewebe und schliesslich auch die Haut und verursacht grossflächige Geschwüre. Meist sind die Extremitäten davon betroffen. Wenn die Krankheit nicht behandelt wird, dann brennt sie irgendeinmal aus und hinterlässt schwerste Behinderungen, vergleichbar dem Zustand unbehandelter Verbrennungen mit schweren Narben und Verwachsungen. Die Betroffenen, meist Kinder, müssen lebenslang mit den Verstümmelungen leben.

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4. Welche Probleme sind mit dieser Krankheit verbunden?

Buruli ist eine Erkrankung, die – wenn sie früh genug erkannt wird – leicht erfolgreich behandelt werden kann. Die Früherkennung ist die grosse Herausforderung. Oft kommen die betroffenen Kinder und Erwachsenen aber erst sehr spät in die richtige Behandlung, wenn bereits irreversible Behinderungen bestehen und der Krankheitsherd nur noch mit einem grossen chirurgischen Eingriff entfernt werden kann.

Ebenfalls problematisch ist die hohe Rückfallrate der Buruli-Kranken, die je nach Behandlung bis zu 30% beträgt.

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5. Wie viele Menschen leiden heute an Buruli?

Es ist schwierig, den Umfang der Erkrankungen weltweit zu bestimmen, da in vielen Ländern die Betroffenen nach wie vor nicht angemessen behandelt und auch nicht registriert werden. Weltweit schätzt man heute, dass jährlich rund 20'000 Menschen an Buruli erkranken und behandelt werden. Die Dunkelziffer ist hoch. Über die Hälfte der registrierten Fälle sind Kinder unter 15 Jahren.

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6. In welchen Ländern gibt es Buruli?

Buruli wurde in Afrika, im West-Pazifik sowie in Lateinamerika festgestellt. Die betroffenen Länder in Afrika sind besonders Angola, Benin, Burkina Faso, Kongo, Demokratische Republik Kongo, Elfenbeinküste, Gabun, Ghana, Guinea, Kamerun, Liberia, Nigeria, Sierra Leone, Sudan, Togo, Uganda und neuerdings vielleicht auch die Zentralafrikanische Republik. Im West-Pazifik betroffen sind Australien, China, Indien, Indonesien, Japan, Malaysia und Papua Neuguinea. In Lateinamerika hat man Buruli in Bolivien, Französisch Guyana, Mexiko, Peru und Surinam festgestellt.

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7. Ist Buruli heilbar?

Wenn Buruli früh genug diagnostiziert wird, kann der Erreger durch die Gabe von Antibiotika (Streptomycin und Rifampicin) oder einen kleinen chirurgischen Eingriff entfernt werden. Die Behandlung mit Antibiotika ist in einem frühen Stadium meistens erfolgreich. In einem späten Stadium mit grösseren Geschwüren und Zerstörungen von Gewebe bleibt oft nur noch eine grossflächige chirurgische Behandlung mit anschliessender Hauttransplantation oder gar die Amputation der betroffenen Glieder. Antibiotika sind in diesen späten Stadien nicht mehr alleine wirksam, sie unterstützen und beschleunigen aber die Heilung.  Seit neuestem arbeitet man auch an einer alternativen Heilmethode, der Thermotherapie. Dabei werden die betroffenen Gliedmassen durch Wärmeverbände auf etwa 40 Grad erhitzt. Das Buruli-Bakterium verträgt diese Temperaturen schlecht und wird dadurch, mindestens teilweise, abgetötet. Diese Therapie könnte Antibiotika ersetzen, nicht aber die Operationen bei ausgedehnten Fällen.

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8. Kann etwas gegen die entstandenen Behinderungen getan werden?

Um die Bewegungsfähigkeit nach einer grossen Operation mit Hauttransplantation wieder zu erlangen, müssen die Betroffenen viel Zeit auf eine spezialisierte Krankengymnastik verwenden. Mit Wiederherstellungschirurgie und technischen Hilfsmitteln kann den schwer Betroffenen oft wieder ein funktionierendes Alltagsleben ermöglicht werden.

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9. Gibt es eine Ansteckungsgefahr, z.B. auf Reisen?

Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch ist bisher weitgehend ausgeschlossen. Bei einem Aufenthalt in den Regionen, in denen Buruli vorkommt, ist eine Infektion möglich, besonders wenn man die Lebensgewohnheiten der Menschen in den Infektionsgebieten teilt (leben und arbeiten in ufernahen, sumpfigen Zonen der subtropischen Ausbreitungsgebiete).

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10. Wieso ist man erst so spät auf Buruli aufmerksam geworden?

Die Krankheit existiert wahrscheinlich bereits seit Urzeiten, war aber nie gross verbreitet. Durch die Zunahme der Erkrankungen in Afrika in den 80er- und 90er-Jahren wurden die Hilfswerke (wie unseres) und auch die Verantwortlichen in den Ländern darauf aufmerksam. Die WHO hat seit 1998 zum Kampf gegen diese Bedrohung aufgerufen und sie 2004 zur Bedrohung für die Weltgesundheit erklärt.

Der Grund für die dramatische Zunahme in den letzten Jahrzehnten liegt wahrscheinlich bei verschiedenen Umwelteinflüssen wie der Ausweitung der bewässerten Flächen oder des Schwundes des Flussuferbewuchses.

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