

Sir Albert Cook, englischer Arzt in Uganda, beschreibt eine Art von Hautgeschwür, welches dem heutigen Krankheitsbild des "Buruli Ulcus" entspricht. Seine Entdeckungen werden nicht veröffentlicht und bleiben von der medizinischen Fachwelt unbemerkt.
Professor Peter MacCallum und seine Mitarbeiter beschreiben eine Krankheit bei sechs Patienten in Australien. Eine genaue Darstellung des Krankheitsbildes wird erarbeitet und der Fachwelt vorgestellt. Der Erreger wird "Mycobacterium Ulcerans" genannt.
Viele Fälle der Erkrankung werden in Uganda gemeldet. Auch aus der Demokratischen Republik Kongo und aus Papua Neuguinea gibt es Berichte. Buruli ist der Name der Region in Uganda, aus der die meisten Fälle jener Zeit stammen. Die Krankheit bekommt so zu ihrem Namen "Buruli Ulcer".

Buruli entwickelt sich langsam zu einem immer grösseren Problem vor allem in Westafrika.
Im Dezember 1997 besucht der Generalsekretär der Welt-Gesundheitsorganisation (WHO), Dr. Hiroshi Nakajima die Elfenbeinküste. Er erklärt dort, dass die WHO die Führung im Kampf gegen die Krankheit übernehmen wolle. Buruli hat sich zu einem ernsten Problem der Volksgesundheit in den betroffenen Ländern entwickelt.
Die WHO initiiert die "Global Buruli Ulcer Initiative -GBUI" und organisiert die erste internationale Buruli Konferenz in Yamoussoukro, Elfenbeinküste. Das Ergebnis ist die "Yamoussoukro Erklärung zu Buruli Ulcus" , die die weltweite Aufmerksamkeit auf die Gefahren der Erkrankung und auf das Leiden der Betroffenen lenken soll.
Fairmed wird Mitglied in der "Global Buruli Ulcer Initiative" und beginnt mit den ersten Vorarbeiten für ihren Kampf gegen Buruli in Kamerun. Eine Untersuchung in der Region von Ayos und Akonolinga in Kamerun führt zur Entdeckung von über 400 Buruli Erkrankungen.
Fairmed beginnt mit ihrem Einsatz gegen Buruli in Kamerun. Das Spital in Ayos wird zum Behandlungs- und Operationszentrum ausgebaut.

In Kamerun wird eine nationale Untersuchung zur Häufigkeit von Buruli mit Unterstützung der Leprahilfe landesweit durchgeführt. Hunderte von neuen Fällen werden in bisher noch nicht untersuchten Regionen gefunden. Die Häufigkeit von Buruli in ganz Kamerun wird mit etwa 4'000 Fälle pro Jahr berechnet. Kamerun erklärt nach der Untersuchung Buruli Ulcer zum nationalen Problem für die Volksgesundheit. Ein Buruli Kontrollprogramm wird errichtet mit Fairmed als wichtigster Partner.
2004
Die 57. Welt-Gesundheitsversammlung nimmt eine Resolution zu Buruli Ulcer an. Buruli wird auch im Weltmass-Stab als Gesundheitsgefahr anerkannt.
Die "Global Buruli Ulcer Initiative" vereinbart eine neue und einheitliche Strategie im Kampf gegen die Krankheit.
2009
Mit der Deklaration von Cotonou ruft die WHO erneut zu einem verstärkten Kampf gegen die Krankheit auf. Eine Vielzahl von Staats- und Regierungschefs betroffener Länder verabschiedet diese Erklärung und sichert ihre Unterstützung zu.
Weitere Informationen zu unserer Buruli-Arbeit vor Ort finden Sie hier:
Projekte Afrika
Seit 2008 unterstützt die UBS Optimus Foundation die Forschung gegen Buruli Ulcer. Sieben weltweite Forschungseinrichtungen versuchen zu besser zu verstehen , wie sich die Krankheit verbreitet und übertragen wird, wie man sie behandeln und die sozialen Folgen mildern kann. FAIRMED ist als Forschungspartner mit seinem Büro in Kamerun beteiligt. Unser Büro in Bern ist im Auftrag der UBS Optimus Foundation verantwortlich für die Verteilung der Forschungsmittel und die Prüfung ihrer sachgerechten Verwendung.

1998 wurde von der WHO die
"Global Buruli Ulcer Initiative GBUI" ins Leben gerufen. In Yamassoukro in der Elfenbeinküste wurde die "Yamoussoukro Declaration on Buruli Ulcer" verfasst.
Darin verpflichten sich die Länder mit Buruli, die Versorgung für die Opfer der Erkrankung zu verbessern. Gleichzeitig wird die internationale Gemeinschaft aufgefordert, dabei Hilfe zu leisten.
Die GBUI trifft sich jedes Jahr im März bei der WHO in Genf, um über die Entwicklungen im Kampf gegen Buruli zu beraten und die nächsten Schritte abzustimmen. Seit 2001 ist Fairmed aktiv in der GBUI dabei.

Im März 2005 wird eine neue Strategie gegen Buruli durch die GBUI vereinbart.
Als wichtigste Aufgaben werden festgelegt:
- Verbesserung der
Früherkennung der Erkrankung in der Gemeinde
- Allgemeine Aufklärung der Bevölkerung über Buruli
- Ausbildung in Buruli- Diagnose für Basisgesundheitsdienste und Freiwillige (z. B. Lehrer)
- Einheitliche Behandlung der Erkrankung ("Case Management")
- Genaue Diagnose durch Labor-Untersuchung
- Stärkung der Gesundheitsdienste in ihrer Arbeit für Buruli Kranke
- Messung und Bewertung der Kontroll-Arbeit ("Monitoring und Evaluation")
- Soziale Mobilisierung und Lobbying für den Kampf gegen Buruli und für die Betroffenen sowie partnerschaftliche Zusammenarbeit.
