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Tuberkulose, die tödliche Krankheit

Infektionskrankheit

Tuberkulose (TB) ist eine Infektionskrankheit. Sie wird vom Mycobacterium Tuberculosis hervorgerufen. Dieser Erreger ist ein naher Verwandter der Lepra.

Im Gegensatz zur Lepra und Buruli ist Tuberkulose eine tödliche Erkrankung: Ist sie einmal ausgebrochen, führt sie bei über der Hälfte der Erkrankten zum Tod. 

Ansteckung

Die Tuberkulose befällt meistens die Lungen. Die Ansteckung erfolgt von Mensch zu Mensch. Werden die Erreger mit dem Auswurf ausgeschieden, können Menschen im Umkreis durch Niesen und Husten oder auch nur durch Sprechen angesteckt werden.

Neben den Lungen kann jedes andere Organ von den Tuberkulose-Bakterien befallen werden, wie z.B. Nieren, Lymphknoten, Knochen und Gelenke.  Auch bei diesen Formen der Tuberkulose kann Ansteckungsgefahr bestehen.

Wie auch bei der Lepra kann ein Teil der Angesteckten mit der Erkrankung gut leben. Es kommt nicht zum Ausbruch, stattdessen entwickelt sich eine sogenannte latente Tuberkulose.  Diese Form der Krankheit kann das ganze Leben anhalten, der befallene Mensch ist äusserlich gesund, trägt aber die Keime in abgekapselter Form mit sich herum. Mehr als ein Drittel der Weltbevölkerung ist auf diese Weise mit Tuberkulose infiziert.

Armut fördert die Tuberkulose

Tuberkulose findet man überall auf der Welt, in Mumbai in Indien oder Douala in Kamerun genauso wie in Zürich oder Bern in der Schweiz. Besondere Verbreitung findet die Krankheit aber bei Menschen, deren Abwehrkräfte geschwächt sind. Geschwächte Abwehrkräfte sind in armen Ländern meist Folge von Armut und schlechten Lebensbedingungen: Unterernährung, mangelnde Hygiene, enge Wohnverhältnisse, fehlende Gesundheitsversorgung und HIV/ AIDS. Die meisten Tuberkulose Kranken leben deshalb in den armen Regionen unserer Erde. Betroffen sind Afrika, Südostasien, besonders Indien, die westpazifische Region und speziell China.

Die Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch der Tuberkulose kann, ähnlich wie bei der Lepra, Jahre dauern. Ist die Abwehrlage der Infizierten schlecht, so zeigt sich die Krankheit meist nach ein bis zwei Monaten mit anhaltendem Husten, Gewichtsverlust und zunehmender Schwäche.

Tuberkulose Kranke sind bald zu schwach, um einer Arbeit  nachzugehen. Sind sie Versorger einer Familie, so führt der Verlust der Arbeitsfähigkeit  zu Armut. So schliesst sich der Teufelskreis: die Tuberkulose macht arm und diese Armut bringt neue Krankheit hervor.

Tuberkulose ist heilbar, aber gefährlich

Die Behandlung der Tuberkulose dauert in der Regel sechs bis acht Monate.

Werden wirksame Medikamente hinreichend lange eingenommen, kann bei fast allen Patienten die Heilung erreicht werden. Wird die Behandlung zu früh abgebrochen oder unvollständig durchgeführt, drohen schwere Rückfälle und der Tod. Eine weitere Gefahr der unvollständigen Behandlung ist die Entwicklung von Tuberkulose-Keimen, die nicht mehr auf die üblichen Medikamente ansprechen (Medikamenten-resistente Tuberkulose).

Tuberkulose ist eine Massenkrankheit

Im Jahre 2007 wurden weltweit etwa 5.5 Millionen Tuberkulosekranke registriert. Gleichzeitig wurde die Zahl der aktiven Neuerkrankungen auf etwa neun Millionen geschätzt. Von zehn Menschen, die an Tuberkulose erkranken, fanden sechs ihren Weg zu einer ordnungsgemässen Behandlung. 85% davon konnten 2006 erfolgreich geheilt werden.

Die Zahl der Tuberkulose bedingten Todesfälle wird für 2007 auf 1,8 Millionen geschätzt. Damit konkurriert die Tuberkulose mit der Malaria um den ersten Platz bei den tödlichsten Infektionskrankheiten der Erde.

Die meisten Tuberkulosekranken leben in China und Indien. Pro Jahr werden dort fast 2 Millionen neue Fälle registriert. Das sind mehr als ein  Drittel aller Tuberkulose-Erkrankungen der Welt.

Tuberkulose ist jedoch vor allem ein Problem der Länder Afrikas südlich der Sahara. Dort ist die Tuberkulose-Häufigkeit weltweit am höchsten. Verschlimmert wird dies durch die Verbreitung des HI-Virus. Bis zu 800 Erkrankungen pro 100'000 Menschen kommen dort vor (im Vergleich: in der Schweiz erkranken etwa 7 Menschen pro 100'000)


Weitere Informationen zu unserer Tuberkulose-Arbeit vor Ort finden Sie hier:
Projekte in Afrika
Projekte in Asien

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TB und HIV

Zwei Krankheiten - ein Patient

Wer HIV infiziert ist, erkrankt sehr häufig nach etwa fünf bis zehn Jahren an AIDS. Das Immunsystem bricht zusammen.

Wer HIV infiziert ist, erkrankt früher oder später auch an Tuberkulose. Tuberkulose ist weltweit für ein Drittel der AIDS-Toten verantwortlich. In Afrika südlich der Sahara ist Tuberkulose die häufigste Todesursache bei Menschen, die an AIDS erkrankt sind.

Gesunde, HIV-negative Menschen in Afrika haben etwa eine Wahrscheinlichkeit von 10%, in ihrem ganzen Leben aktiv an Tuberkulose zu erkranken. Für HIV-positive Menschen beträgt dieses Risiko etwa 10% pro Lebensjahr.

Tuberkulose-Behandlung wirksam bei AIDS

Werden HIV-positive Menschen gegen Tuberkulose behandelt, so können auch sie von dieser Krankheit geheilt werden. Durch die Tuberkulose-Behandlung wird auch die Verschlimmerung von AIDS verlangsamt.

HIV-Behandlung wirksam bei Tuberkulose

Werden HIV-positive Menschen mit sogenannten Anti-HIV-Medikamenten behandelt, kann der Ausbruch von Tuberkulose verhindert werden.

Tuberkulose-Kontrolle = HIV-Kontrolle

Im südlichen Afrika nimmt die Zahl der Tuberkulose-Opfer aufgrund von HIV weiter zu. Die Ausbreitung von HIV und der Ausbruch von AIDS müssen unterbunden werden. Aus diesem Grunde haben sich internationale Vereinigungen gegründet, um den Kampf gegen Tuberkulose und HIV zu unterstützen. Besonders der "Global Fund against AIDS, TB and Malaria GFATM" stellt grosse Mengen an Geld für die Bekämpfung auch von Tuberkulose und HIV/AIDS zur Verfügung.

Geld allein macht nicht gesund

Finanzielle Mittel für den Kampf gegen Tuberkulose und HIV stehen vielen Ländern nun zur Verfügung. Oft kommt die Hilfe aber nicht an, weil es an Fachleuten und Gesundheitszentren mangelt, um die Patienten richtig zu behandeln.

FAIRMED-Hilfe bei der Umsetzung

FAIRMED unterstützt den Kampf gegen die duale Epidemie durch die Umsetzung von Tuberkulose- und HIV-Massnahmen im Rahmen ihrer ländlichen Gesundheitsprojekte in Kamerun, der Elfenbeinküste, der Zentralafrikanischen Republik und in ihren Slumprojekten in Indien. Zudem unterstützt FAIRMED die ehemaligen Lepraspitäler in Indien im Kampf gegen Tuberkulose und HIV.