
In Nigeria, dem Nachbarland Kameruns, gibt es jedes Jahr etwa 5‘000 neue registrierte Leprafälle zu vermelden. Dies ist in vielen Regionen oft nur die Spitze des Eisbergs, denn viele Erkrankte finden ihren Weg zur Behandlung überhaupt nicht, weil es eine Gesundheitsversorgung entweder nicht gibt oder die Medikamente fehlen.
Der Operationssaal von Abakaliki vor der Renovation..
FAIRMED unterstützt in Abakaliki, im Südwesten des Landes in der Nähe der Grenze zu Kamerun, das Spital «Mile 4» über die Partnerorganisation DAHW (Deutschland). Dort werden Leprakranke behandelt und für viele Behinderte ist es die einzige Rettung in weitem Umkreis. «Mile 4» hat die Ärzte, um durch reparative Operationen Lepraopfern die Beweglichkeit von Händen und Füssen wiederzugeben. Der Operationsaal für diese Eingriffe hatte jedoch eine Renovierung und Ausstattung bitter nötig. Mit 30‘000 Franken wurde der OP auf angemessene Weise renoviert und ausgestattet, seit Mitte 2010 finden darin nun regelmässig Lepraoperationen statt.
Auch in Äthiopien ist Lepra noch lange nicht besiegt. Jährlich werden über 4‘000 neue Kranke entdeckt und Hunderttausende leiden unter bleibenden Behinderungen aufgrund einer Lepraerkrankung. Oft ist mit der Diagnose der ökonomische Ruin der Betroffenen verbunden: Wer angestellt ist, verliert seine Arbeit. Für Bauern wird es schwer, ihr Feld mit ihren verkrüppelten Händen und Füssen zu bestellen. Auch drohen bei schwerer Arbeit rasch Geschwüre, die schlecht heilen und zu Amputationen führen können. Totale Armut und Abhängigkeit sind die Folge.
Die Partnerorganisation DAHW, welche schon seit über 50 Jahren in Äthiopien tätig ist, hat deshalb ein Projekt ins Leben gerufen, in dem die Selbsthilfe von Leprabehinderten gestärkt wird. Betroffene erhalten Hilfe, um kleine Selbsthilfegruppen zu gründen. Diese «CBOs» (Community based organisations) helfen den Mitgliedern, ihr Einkommen und somit auch ihr Selbstvertrauen zu verbessern. Durch ein Startkapital, das als Kleinkredite an die Mitglieder geht, können diese den Aufbau eines Geschäfts oder einer Werkstatt finanzieren. Der Schulbesuche für ihre Kinder wird dadurch bezahlbar. Das Projekt finanziert auch einfache Berufsausbildungen für Erwachsene. Sozialarbeiter begleiten die oft wenig gebildeten und meist sehr armen Menschen auf ihrem Weg zu mehr Selbstwert und Selbstständigkeit. Sie helfen ihnen, mit Geld umgehen zu lernen, Bankkonten zu eröffnen und für die Zukunft zu planen. Mehr als 20 solche Gruppen haben sich seit 2009 schon gebildet, in ihnen sind über 1‘000 Leprabetroffene organisiert. Das Ziel all dieser Massnahmen ist es, den Teufelskreis von Krankheit, Armut und noch mehr Krankheit und Armut zu unterbrechen.
Von den 17 Ländern der Welt, die im Jahre 2008 der WHO mehr als 1'000 neue Fälle gemeldet haben, lagen acht in Afrika: Angola, die Demokratische Republik Kongo, Äthiopien, Madagaskar, Mozambique, Nigeria, der Sudan und Tansania.
Nach wie vor werden pro Jahr in ganz Afrika etwa 25‘000 neue Leprakranke entdeckt. Da in vielen Ländern Afrikas die Gesundheitssysteme schlecht funktionieren, muss von einer hohen Dunkelziffer von Erkrankten ausgegangen werden. Der Kampf gegen Lepra geht deshalb in allen betroffenen Ländern Afrikas mit weiter, oft unter schwierigsten Bedingungen.

Wir unterstützen zusätzlich zu unserem direkten Engagement in Kamerun und der ZAR auch die Arbeit des italienischen Leprahilfswerks AIFO (Associazione Italiana Amici di Raoul Follereau) in Mosambik und Guinea-Bissau.
Unsere Partner sind alle ebenso wie Fairmed Mitglieder der ILEP (Internationale Vereinigung der Anti-Lepra Organisationen).
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