
Bei einer Bevölkerung von fast 30 Millionen Menschen hat sich Lepra auf einem hohen Niveau von über 4'000 registrierten Neuerkrankten pro Jahr eingependelt. Inzwischen ist der Bürgerkrieg zu Ende aber das Land kommt wegen innenpolitischen und sozialen Spannungen auch weiterhin nicht zur Ruhe. Nepal gehört zu den vier ärmsten Ländern Asiens, die staatliche Infrastruktur ist schwach, viele Menschen haben kaum Zugang zu medizinischer Versorgung, weil diese entweder nicht erreichbar oder nicht bezahlbar ist. Neben den vielfältigen Bedrohungen der Gesundheit durch Tuberkulose, Unterernährung oder Durchfallerkrankungen bleibt Lepra eine gefährliche Krankheit, besonders weil sie von vielen Betroffenen zu spät erkannt und erst im fortgeschrittenen Stadium behandelt wird. Deshalb ist die Dunkelziffer bei der Zahl der Erkrankungen hoch und bleibende Behinderungen sind häufig.

Weitere Informationen über Lepra.
Wir unterstützen seit 2006 das Green Pastures Hospital in Pokhara. Das Spital wird von der International Nepal Fellowship – Nepal (INF Nepal) geführt und ist eines der wenigen Referenzzentren für komplizierte Leprafälle in Nepal. Wir finanzieren die Behandlung von Lepra und Leprabehinderungen und tragen so dazu bei, dass Menschen ohne Folgen geheilt werden können oder aber lernen, trotz ihrer Behinderung ein eigenständiges Leben zu führen.
Der Süden Nepals ist arm. In den an Indien grenzenden, subtropischen Gebieten des Tarai leben die Menschen unter schwierigsten Bedingungen. Die Menschen gelten als Bürger zweiter Klasse. Die medizinische Infrastruktur ist rudimentär, die meisten Gesundheitsposten sind während des Bürgerkriegs verfallen und das Personal ist verschwunden. Die Mütter- und Kindersterblichkeit sind hoch, Lepra, Tuberkulose, Malaria und viele andere Krankheiten bedrohen die Menschen. Seit 2008 unterstützen wir im Tarai das Gemeindegesundheitsprojekt Kapilvastu, welches von INF Nepal durchgeführt wird (siehe Kasten links).
Betroffene kümmern sich selber darum, ihre Gesundheit und ihre Lebenssituation zu verbessern. Das ist das Ziel des Gemeinde-Entwicklungsprojektes in Kapilvastu, das FAIRMED (ehemals Leprahilfe Emmaus Schweiz) seit 2008 unterstützt.
Dieser Region geht es schlechter als dem Rest des Landes: es gibt keine sichere Wasserversorgung, keine stabilen Häuser, keine Gesundheitsversorgung, keine saubere Nahrung, keine Verdienstmöglichkeiten.
Mit Hilfe einer Gruppe von Freiwilligen, die speziell dafür geschult werden, bilden sich Gemeindegruppen, die ihre eigene Situation analysieren und ihre Bedürfnisse formulieren. Die Freiwilligen unterstützen die Gruppen dabei, gemeinsam zu entscheiden, welche Massnahmen am dringendsten sind und helfen ihnen, die nötigen Mittel zu beschaffen.
Im Zentrum steht dabei die Arbeit mit den besonders vernachlässigten Bevölkerungsgruppen wie den niedrigen Kasten und den lokalen Ethnien. Und innerhalb dieser Gruppen steht wiederum die Arbeit mit den Frauen im Vordergrund, da diese in der heutigen Situation besonders benachteiligt sind.
Gleichzeitig kümmern wir uns auch um die Verbesserung der Gesundheitsversorgung. Wir renovieren verfallenen Gesundheitsposten, versorgen sie mit der notwendigen Ausrüstung und Medikamente und arbeiten mit den Ärzten und dem Pflegepersonal.
Bis in drei Jahren wollen wir in 40 Gemeinden selbständige Gruppen haben, die sich um die Verbesserungen kümmern und die fähig sind, selbständig weiter zu funktionieren.
