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Sri Lanka

Lepra in Sri Lanka

Die Lepra ist in Sri Lanka weiterhin recht häufig. Unter den 20 Millionen Einwohnern werden ca. 2'000 neue Patienten pro Jahr gefunden. Zusätzlich leben einige Tausend behinderte Lepraopfer auf der Insel. Es sind bestimmte Gebiete im Westen, Süden und Osten, wo Lepra immer noch ein ernstes Problem für die Bevölkerung darstellt. Fast 10% der Patienten kommen zu spät zur Behandlung und haben bereits bleibende Nervenschäden, die nicht mehr ausheilen.

Seit 1975 sind wir in Sri Lanka im Kampf gegen Lepra tätig. Seit 2008 unterstützen wir das nationale Lepraprogramm zusammen mit der niederländischen Lepraorganisation NLR.

Unser Ziel ist, die Lepra weiter zurück zu drängen und die Betroffenen frühzeitiger zu finden und zu behandeln, damit bleibende Behinderungen vermieden werden können. Auch eine Ausrottung der Lepra auf Sri Lanka halten wir langfristig für möglich, wenn innovative Verfahren wie die präventive Behandlung für Kontaktpersonen der Kranken oder eine neue Impfung auf breiter Front eingesetzt werden könnten.

Weitere Informationen zu Lepra

Projekte gegen vernachlässigte Krankheiten

Wir haben 2006 begonnen, in der Region Matara im Süden die Killerkrankheit Leptospirose zu bekämpfen. Die Krankheit wird durch Bakterien in Rattenurin übertragen, welche sich in Schlamm und Wasser vermehren. Die Erreger befallen die Menschen, wenn sie in kontaminierten Reisfeldern oder sumpfigen Wiesen unterwegs sind. Fast jeder Zehnte Leptospirosekranke stirbt in Sri Lanka, meist weil die Symptome falsch gedeutet werden und die Behandlung zu spät beginnt. Die Krankheit macht den Menschen Angst und in manchen Dörfern leidet die Reisproduktion darunter, weil die Bauern sich nicht in ihre Felder trauen.

Das Projekt zur Bekämpfung der Leptospirose ist seit Anfang 2010 deutlich erweitert worden. Die ersten Jahre dieses Projekts hat die Erkenntnis bei allen Beteiligten gebracht, dass ein kombinierter und sektorenübergreifender Kampf gegen mehrere vernachlässigte Krankheiten (Leptospirose, Leishmaniase und Flecktyphus) erfolgreicher und effizienter ist als die Bemühungen um eine einzelne Krankheit. Deshalb arbeitet FAIRMED nun sowohl mit dem Gesundheits- als auch dem Landwirtschafts-, Umwelt- und Bildungsdepartment des Distriktes zusammen, um gemeinsam mit der Bevölkerung sowohl die Erkrankungen früh zu behandeln als auch die Ursachen der Seuchen, d.h. die zur Übertragung führenden Umwelt- und Arbeitsbedingungen, zu verbessern.

Aufklärung und präventive Therapie

Wir unterstützen die Gesundheitsdienste im Kampf gegen die Leptospirose, Leishmaniase, Flecktyphus und Lepra. Wir klären Menschen über die Gefahren auf, so dass sie Risiken vermeiden können und bei Verdacht auf Erkrankung rasch medizinische Hilfe in Anspruch nehmen. Wir finanzieren präventive Medikamente gegen Leptospirose während der riskanten Reisernte, was eine Erkrankung wirksam verhindert. So konnten wir in den letzten Jahren viele Leben retten und den Menschen wieder Mut machen, ihrem Reisanbau nachzugehen und so sich und ihre Familien zu ernähren. In Zukunft können die betroffenen Gemeinden auch mit Hilfe rechnen, um die Leishmaniase und den Flecktyphus zurückzudrängen. Dabei geht es vor allem darum, dass die Menschen erfahren, wie  sie ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen verbessern und so das Übertragungsrisiko vermindern können.

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Tsunami – 6 Jahre danach

Der Tsunami vom 26. Dezember 2004 hat Sri Lankas Küsten verwüstet. Um die Folgen in unseren Projekten zu lindern bauten wir in den letzten fünf Jahren Häuser, ermöglichten Waisenkindern den Schulbesuch und gaben Kleinkredite, damit die Menschen wieder eine wirtschaftliche Grundlage bekamen.

Leider sind die traumatischen Erlebnisse für viele Menschen aber noch lange nicht vergessen. Das haben auch die schmerzvollen Gedenkveranstaltungen am 24.12.2009 überall in den betroffenen Gebieten gezeigt. Die Zahl der durch den Tsunami ausgelösten psychischen Erkrankungen hat glücklicherweise in den letzten beiden Jahren abgenommen, aber noch immer gibt es in den Küstengebieten bei den dort lebenden Menschen psychosoziale Probleme, die zum Teil auf den Stress und den Verluste von Freunden und Verwandten zurückzuführen sind.

Die Menschen sind depressiv, leiden unter Angstzuständen und Folgeproblemen wie Suchtkrankheiten, familiärer Gewalt, Armut und Delinquenz. Psychische Probleme unterliegen einem Tabu in Sri Lanka und Menschen mit mentalen Störungen werden stigmatisiert. Es fehlen Möglichkeiten und finanzielle Mittel, damit sich die Menschen beraten und behandeln lassen können.

Psychosoziales Freiwilligenprogramm

Seit 2008 bilden wir Freiwillige in einigen der betroffenen Gemeinden im Süden zu psychosozialen Beraterinnen und Beratern aus. Diese Freiwillige sind Anlaufstelle für Betroffene, sie klären die Menschen darüber auf, dass seelische Probleme normal sind und dass es Möglichkeiten gibt, diese zu behandeln.

Sie verweisen Betroffene bei Bedarf auch auf vorhandene psychiatrische Dienste. Die Freiwilligen arbeiten mit den Gesundheitsdiensten zusammen und werden von Fachleuten begleitet. Dadurch haben viele Betroffene, meist Frauen und Schulkinder, endlich die Möglichkeit bekommen, angstfrei über ihre Probleme zu sprechen und Unterstützung zu bekommen. Dieses Projekt wird 2010 auslaufen. Die Unterstützung für Betroffene wird aber durch die inzwischen selber organisierten Freiwilligen mit Unterstützung der Gesundheitsdienste im Distrikt Matara weitergeführt.

Mit dem Ende dieses Projekts werden wir unsere Tsunami-spezifischen Massnahmen in Sri Lanka im 6. Jahr nach der Katastrophe abschliessen.