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«Baka gelten noch immer als Bürger zweiter Klasse»

FAIRMED-Geschäftsleiter René Stäheli und Programmleiter Bart Vander Plaetse reisten vor kurzem nach Kamerun, um mit der lokalen Bevölkerung, den lokalen Behörden und anderen Beteiligten die neue Phase unseres Projekts in Abong-Mbang zu planen. Dabei zeigte sich, dass es noch viel zu tun gibt. Denn die indigenen Baka werden nach wie vor stark diskriminiert.

Am Workshop waren staatliche Akteure, lokale NGOs und auch einige Baka-Vertreter anwesend

Als ethnische Minderheit in Kamerun führen die Baka ein Leben geprägt von Armut und Krankheit am Rande der Gesellschaft. Um ihnen den Zugang zu Gesundheitsleistungen zu ermöglichen, führt FAIRMED deshalb seit 2008 ein Projekt im Distrikt Abong-Mbang durch. Doch während sich die Gesundheitssituation der Baka in den letzten zehn Jahren dadurch verbessert hat, bleibt ihre gesellschaftliche Diskriminierung ein grosses Problem.

Dies musste Programmleiter Bart Vander Plaetse am eigenen Leib erfahren: «Was ich gesehen habe, hat mich schockiert. Die Baka gelten unter Teilen der Bevölkerung noch immer als Bürger zweiter Klasse», schildert er seine Erlebnisse vom kürzlich durchgeführten Planungsworkshop.

Baka kommen kaum zu Wort
Am Workshop waren neben den wichtigsten staatlichen Akteuren und den lokalen NGOs auch einige Vertreter der Baka anwesend. «Wenn sie etwas sagten, wurden sie oft unterbrochen oder es wurde ihnen das Wort entzogen», erzählt Vander Plaetse. So hätten sie beispielsweise versucht, sich für die rechtliche Anerkennung ihrer Dörfer stark zu machen. «Anstatt zuerst den Baka zuzuhören, übernahmen die anderen Teilnehmer aber sofort die Diskussion, ohne weiter auf die Anliegen der Baka einzugehen», so Vander Plaetse.

Es sei daher auch nicht einfach gewesen, den Bedürfnissen der Baka am Workshop Gehör zu verschaffen. Am Ende hat FAIRMED die Ziele aber erreicht: «Wir haben uns mit den involvierten Akteuren auf gemeinsame Lösungen und Ziele geeinigt», so Vander Plaetse weiter. Nun gelte es, bis Anfang 2019 einen ersten Entwurf für die neue Projektphase zu erarbeiten.