|

«Bei den indigenen Aka ist die Frau dem Mann gleichgestellt»

Jedes Jahr am 8. März engagieren sich Menschen auf der ganzen Welt am Internationalen Frauentag für die Gleichstellung von Mann und Frau. Wie eine solch gleichberechtigte Beziehung zwischen den Geschlechtern funktionieren kann, hat FAIRMED-Mitarbeiterin und Ethnologin Johanna Vögeli bei den indigenen Aka in der Zentralafrikanischen Republik erlebt.

Bei den Aka werden die meisten Bereiche des gesellschaftlichen Lebens vom Paar geteilt

«Da die meisten sozialen, ökonomischen und rituellen Bereiche des gesellschaftlichen Lebens vom Paar geteilt werden, verbringen Mann und Frau viel Zeit zusammen, daraus entsteht eine grosse Vertrautheit und die Frau ist dem Mann gleichgestellt», berichtet Vögeli von ihren Erfahrungen.

Beispielsweise würden Paare zusammen in den Wald gehen, um Produkte wie Pilze, Raupen oder Früchte zu sammeln. «Früher, als es im Urwald noch reichlich Wild gab, gingen sie auch gemeinsam auf die Jagd, wobei es die Aufgabe der Frauen war, die Tiere im Unterholz aufzuschrecken und an den Jagdnetzen Wache zu halten», so Vögeli.

«Kinder suchen oft bei ihren Vätern Trost»
All dies erfuhr sie während ihrer kürzlich durchgeführten Reise in die Zentralafrikanische Republik, wo sie die Aka im FAIRMED-Projektgebiet in der Präfektur Lobaye besuchte. Besonders überraschte sie dabei, wie aktiv und gleichwertig sich die Männer an der Kinderbetreuung beteiligten.

«Während meines Aufenthaltes konnte ich immer wieder beobachten, wie sich Aka-Väter ausgiebig und zärtlich um ihre Kinder kümmerten und häufig sah ich Männer mit Säuglingen in den Armen. Kleine Kinder suchen oft bei ihren Vätern Trost», erzählt Johanna Vögeli. Ebenso eindrücklich sei es gewesen, wie selbstbewusst und selbstverständlich Frauen auch in Anwesenheit von Männern das Wort ergriffen.