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Buruli wird Medienthema

Die vernachlässigte Tropenkrankheit Buruli wurde jüngst auch in den Schweizer Medien zum Thema. Tatsächlich ist die kaum bekannte Krankheit aber keine Neuheit.

In Afrika sind rund 50% der Fälle Kinder unter 15 Jahren. (Foto: FAIRMED)

«Fleischfressendes Geschwür sucht Australien heim», titelten verschiedene Schweizer Massenmedien in den letzten Wochen. Die Rede ist von der vernachlässigten Tropenkrankheit Buruli Ulkus, die nicht nur in Entwicklungsländern vorkommt. Auch im reichen Australien stecken sich jährlich immer mehr Menschen neu mit der rätselhaften bakteriellen Krankheit an.

Statistiken der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge, sind 85% der weltweit bekannten Fälle in West- und Zentralafrika zu finden. Während in Afrika die Früherkennungsrate lediglich bei 32% liegt, werden in Australien die meisten Fälle (über 90%) in einem noch frühen Stadium erkannt und behandelt.

Ursprung bleibt unklar
Konkrete Massnahmen zur Eindämmung gibt es bisher nicht. «Es ist äusserst schwierig die Ausbreitung einer Krankheit zu verhindern, wenn deren Ursprung gänzlich unbekannt ist», erklärt der australische Professor Daniel O’Brien vom Universitätsspital Geelong in Victoria im Interview mit der britischen Zeitung The Guardian. Weil über Buruli nur wenig berichtet wird, ist das plötzliche mediale Interesse sehr förderlich für die Weiterentwicklung von Massnahmen gegen die Krankheit.

FAIRMED bekämpft bereits seit 2001 die Ausbreitung von Buruli in Kamerun, ist langjähriges Mitglied der «Global Buruli Initiative» und hat Vertreter in der Technical Advisory Group on Buruli der WHO. Zudem unterstützt FAIRMED in Kamerun das nationale Früherkennungsprogramm von Buruli, Framböse und Leishmaniose, durch welche die Zahl der Fälle beträchtlich gesenkt werden konnte.

Am weitesten verbreitet ist Buruli in West- und Zentralafrika. Aber auch in Australien und Japan sind vermehrt Fälle zu finden. (Grafik: WHO)