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Der Weg in die Apotheke führt durch den Gebärsaal

Die Zentralafrikanische Republik ist eines von fünf Ländern, in denen FAIRMED tätig ist. Unsere Programmverantwortliche Sybille Imhof hat die Projekte im Herzen des Kontinents vor kurzem besucht – ein Erlebnisbericht.

In den Gesundheitseinrichtungen der Zentralafrikanischen Republik fehlt es an medizinischer Ausrüstung, Medikamenten und ausgebildetem Personal.

«Die Armut der Menschen ist flächendeckend. Ich habe schon viele arme Länder der Erde bereist, aber nirgends so viel Armut gesehen wie in der Zentralafrikanischen Republik», schildert Imhof ihre Eindrücke. Fast die Hälfte der Menschen ist unterernährt, Lebensmittel sind knapp und müssen importiert werden.

Darüber hinaus sei die Infrastruktur durch die kriegerischen Auseinandersetzungen der letzten Jahre noch viel schlechter geworden. «Um beispielsweise im abgelegenen Dörfchen Ikoumba zur Apotheke zu gelangen, muss man zuerst den Gebärsaal durchqueren, und es gibt kein fliessendes Wasser und keinen Strom, die sanitären Bedingungen sind verheerend. Es fehlen gute Strassen, um Menschen und Medikamente zu transportieren, vielerorts gibt es keine Schulen mehr und in allen Lebensbereichen fehlt gutes Personal», so die Programmverantwortliche weiter.

FAIRMED setzt sich gegen diese Ungerechtigkeit ein
Genau hier setzt FAIRMED an. «Wir bezahlen den Lohn von einem Teil des Gesundheitspersonals im Nothilfegebiet und bilden dieses weiter. So sollen die Menschen vor Ort die Möglichkeit bekommen, medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Darüber hinaus bezahlen wir das Benzin für die Motorrad-Ambulanzen und transportieren Medikamente von der Hauptstadt Bangui in die abgelegenen Gesundheitszentren. Dort werden sie verkauft, und die lokalen Mitarbeiter können vom Erlös neue Medikamente kaufen – das trägt zur Nachhaltigkeit bei», erklärt Imhof.

Zudem hat FAIRMED ein System für schwangere Frauen entwickelt, durch das sie gratis zu Vor- und Nachgeburtsuntersuchungen gehen und in einer Gesundheitseinrichtung mithilfe von geschultem Personal gebären können. «Ausserdem werden ihnen die Transportkosten und auch das Essen bezahlt, da dieses nicht wie bei uns von den Spitälern zur Verfügung gestellt wird», schildert Sybille Imhof abschliessend.