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Ebola-Ausbruch – FAIRMED trifft Massnahmen in der Zentralafrikanischen Republik

Durch den Ausbruch von Ebola in der Demokratischen Republik Kongo droht auch den angrenzenden Gebieten der Zentralafrikanischen Republik Gefahr. Die Entwicklungsorganisation FAIRMED ergreift sofortige Massnahmen, um einer Ausbreitung des Virus vorzubeugen.

Es besteht die Gefahr, dass der Erreger in die Zentralafrikanische Republik eingeschleppt wird. Ein Ausbruch dort wäre katastrophal.

 

«Wir ergreifen in der Zentralafrikanischen Republik ab sofort Massnahmen, um eine mögliche Ausbreitung von Ebola in die Zentralafrikanische Republik zu verhindern», erklärt Dr. med. Bart Vander Plaetse, Programmleiter von FAIRMED. «Da wir als einzige Entwicklungsorganisation in Mongoumba, der dem Epizentrum der Ebola am nächsten gelegenen Sous-Präfektur des Landes, tätig sind, hat uns die Zentralafrikanische Regierung um sofortige Hilfe gebeten.»

FAIRMED hat kurzfristig die nötigen finanziellen Mittel bereitgestellt, um präventive Massnahmen zu ergreifen, so Vander Plaetse weiter: «Wir verstärken das gemeinschaftliche medizinische Überwachungssystem mit dem Wissen über die Übertragung des Ebola-Virus und tragen logistisch, finanziell und mit unserem über Jahrzehnte gewachsenen Netzwerk dazu bei, dass auch die Kommunikation von Mongoumba in die Hauptstadt Bangui besser und schneller funktionieren wird, sollten Ebola-Fälle vermutet werden.»

Verbreitung über Hauptverkehrsachse befürchtet

«Das System, mit dem in der Zentralafrikanischen Republik die Gesundheit der Bevölkerung überwacht wird, haben wir bereits bisher unterstützt mit der Überwachung von Lepra-Fällen, dem regelmässigen Aufgreifen von Affenpocken-Fällen und erst 2016 mit der Überwachung der Cholera-Epidemie», fährt Bart Vander Plaetse fort. Die WHO schätzt das Risiko einer regionalen Ausbreitung der Ebola, die anfangs Mai in der demokratischen Republik Kongo ausgebrochen ist, als hoch ein, führt Vander Plaetse aus: «Das Ebola-Epizentrum liegt an der Grenze zu Kongo Brazzaville und der Sous-Präfektur Mongoumba in der Zentralafrikanischen Republik. Diese liegt zwar 490 km entfernt vom Epizentrum, aber mit der Hauptverkehrsachse von der Demokratischen Republik Kongo in die Zentralafrikanische Republik könnte sich das Virus weiterverbreiten. Über Mongoumba führt auch der Hauptweg, auf dem sich die Flüchtlinge bewegen.»

Dass das Ebolavirus in der kongolesischen Millionenstadt Mbandaka in ein sehr dicht besiedeltes Gebiet vorgedrungen ist, gibt der WHO zu denken. Dadurch sei eine Ausbreitung schwer kontrollierbar, hiess es in einer Stellungnahme. Bisher forderte Ebola in der demokratischen Republik Kongo 25 Todesopfer, 45 Verdachtsfälle und 14 bestätigte Fälle.

Ebola - eine weitere Katastrophe für die Zentralafrikanische Republik

Für die Zentralafrikanische Republik, die derzeit auf dem letzten Platz des Human Development Index steht, bedeutet die Bedrohung durch Ebola eine erneute Katastrophe, sagt Bart Vander Plaetse: «Erst anfangs Mai wurden bei einem erneuten Angriff durch Unbekannte auf eine christliche Kirche in der Hauptstadt Bangui 30 Menschen getötet, 185 verletzt und weitere 10 000 Menschen vertrieben, unter ihnen auch Angehörige unserer lokalen Mitarbeitenden.»

Durch den schweren Bürgerkrieg und die anhaltenden Auseinandersetzungen ist das Land politisch und wirtschaftlich stark geschwächt, fast ein Viertel der Bevölkerung ist ausser Landes geflüchtet, es herrscht Mangel an allem, insbesondere auch an ausgebildetem Gesundheitspersonal. «Die Gefahr einer Ebola-Epidemie wird das bereits stark geschwächte Gesundheitssystem der Zentralafrikanischen Republik in Mitleidenschaft ziehen», hält Bart Vander Plaetse fest. «Die Ressourcen werden in Richtung Ebola-Prävention umgeleitet werden, so dass andere gesundheitliche Probleme wie Infektionen der Atemwege, Malaria oder Durchfall noch weniger beachtet und behandelt werden, dass vermehrt Gesundheitseinrichtungen geschlossen werden und dadurch noch mehr Menschen an Krankheiten sterben werden, die – angemessen behandelt – einfach hätten geheilt werden können.»

Hochaufgelöste Bilder sind hier abgelegt. Für weitere Informationen und die Vermittlung eines Interviews (auf Englisch oder Französisch) mit unserem Programmleiter Dr.med Bart Vander Plaetse stehen wir gern zur Verfügung: 

Saskia van Wijnkoop, Kommunikation: 079 600 77 87, saskia.vanwijnkoop@fairmed.ch.