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«Es ist verrückt, wie privilegiert wir sind»

FAIRMED hat ihre Rätselkampagne in den Bahnhöfen Bern, Sankt Gallen, Genf und Lugano aufgelöst. Wanderwegweiser mit Distanzen wie «72 Stunden zu Fuss bis zum nächsten Gesundheitsposten» hatten am 10., 13. und 18. November die Pendlerinnen und Pendler in den Bahnhöfen vor ein Rätsel gestellt.

Auch am Bahnhof Bern interessierten sich Pendlerinnen und Pendler für die Aktion

«Ich finde es sympathisch, für einmal nicht um Geld angehauen, sondern informiert zu werden», fand Pendlerin Daniela am Auflösungstag im Bahnhof Sankt Gallen. Romain staunte im Bahnhof Genf über die unglaublichen Distanzen, die Menschen in Afrika bis zur nächsten Gesundheitsversorgung zurücklegen müssen: «Als ich als kleiner Bub bewusstlos geworden war, wurde ich mit dem Helikopter ins Spital geflogen – es ist verrückt, wie privilegiert wir in der Schweiz sind, wenn ich das mit den Schicksalen dieser Menschen hinter euren Wegweisern vergleiche.»

Diese Antworten erhielten die Mitarbeitenden von FAIRMED in vielen persönlichen Gesprächen während des Auflösungstags der Rätselkampagne an den vier verschiedenen Standorten. Überhaupt kamen die Kampagne und die Idee hinter den Wanderwegweisern bei den Pendlerinnen und Pendlern sehr gut an. «Schweizerinnen und Schweizer können sich schwer vorstellen, was es heisst, in Asien und Afrika bitter arm zu sein und weit weg von jeglicher Gesundheitsversorgung zu leben», sagt FAIRMED-Geschäftsleiter René Stäheli. «Mit der Aktion wollte FAIRMED die Situation dieser Menschen direkt erlebbar machen», so René Stäheli weiter.

Hinter jeder Distanz steht die wahre Geschichte von Nutzniessenden aus unseren fünf Projektländern. Unter ihnen die indigene Aka Julienne Mokongo, die mit ihrer Familie im Dörfchen Londo lebt, 140 Kilometer entfernt vom nächsten Spital in Mbaïki. Die vollständigen Geschichten hinter den Distanzen können hier gelesen werden.