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FAIRMED verlängert Einsatz im Sidhupalchowk-Distrikt

Wäre es nach Plan gelaufen, hätte FAIRMED ihr Engagement im Sindhupalchowk-Distrikt in Nepal Ende 2017 beendet. Das Projekt hatte FAIRMED anfangs Mai 2015 spontan ins Leben gerufen, um die Menschen im von den Erdbeben am schwersten getroffenen Distrikt mit den dringend notwendigen medizinischen Dienstleistungen zu versorgen.

Nirmala Sharma, FAIRMED-Koordinatorin in Nepal (zweite von rechts) ist glücklich darüber, dass FAIRMED ihren Einsatz für die Menschen in Sindhupalchowk weiter garantiert.

Dann kam es aber anders, erzählt Nirmala Sharma, FAIRMED-Koordinatorin in Nepal: «Bevor FAIRMED sich zweieinhalb Jahre nach den schweren Erdbeben aus dem Katastrophengebiet zurückziehen wollte, fragte Nepals Regierung an, ob wir die Zusammenarbeit auch 2018 weiterführen können.»

Vom Zentralismus zum Föderalismus
Nirmala Sharma kommt soeben vom Besuch des UPAKAR-Projekts zurück, das FAIRMED seit Frühling 2015 gemeinsam mit der nepalesischen Partnerorganisation MANK im erdbebenversehrten Sindhupalchowk-Distrikt betreibt: «Wir haben in einem ganztägigen Workshop die Zusammenarbeit von FAIRMED und MANK fürs 2018 geplant und angepasst, damit das Projekt im Einklang ist mit der veränderten Regierungsstruktur.» Und hier liegt auch der Grund für die Verlängerung des FAIRMED-Einsatzes im Gebiet, sagt Sharma: «Unser Land ist in einem grossen Wandel, auf das geologische Erdbeben folgte ein politisches Beben. Mit der neuen Verfassung, die vor zwei Jahren angenommen wurde, haben wir ein gänzlich neues, dezentralisiertes Gesundheitssystem erhalten, das wir jetzt erst schrittweise aufbauen».

Mehr Mitbestimmung
Nirmala Sharma sieht im neuen Regierungssystem grosse Chancen für das Wohlergehen der nepalesischen Bevölkerung: «Wenn diese Übergangsphase überstanden ist und sich das System festigt, könnte es sich für die Bevölkerung zum Guten wenden.» Das alte Regierungssystem hatte einen eher zentralistischen Von-oben-nach-unten-Ansatz, mit dem neuen System werden Bildung, Landwirtschaft, Arbeit und eben auch Gesundheit von lokal gewählten Stellen verwaltet, so Sharma: «Die lokal gewählten administrativen Strukturen setzen sich zusammen aus Leuten, die über die Bedürfnisse der lokalen Bevölkerung bestens Bescheid wissen, und so planen sie das Gesundheitsprogramm auch. Die Menschen in der Gemeinde wissen gut, wer die Planer sind, nämlich die Vertreter, die von der Bevölkerung gewählt wurden. Sie wissen, wer ihre Dienstleister sind und können sie leicht ansprechen und ihre Probleme und Anliegen vorbringen und verhandeln. Wenn wir es schaffen, das föderale System effektiv umzusetzen, wird die Gemeinschaft die dringend nötigen Fortschritte machen und mehr Wohlstand erreichen.»

UPAKAR - das FAIRMED-Projekt im Sindhupalchowk Distrikt:
Als die schweren Erdbeben vor zwei Jahren Nepal trafen, entschied FAIRMED spontan, in der am schwersten getroffenen Provinz Sindhupalchowk Nothilfe zu leisten. Als erste Massnahme wurden Decken und Liegematten verteilt. Seither engagiert sich FAIRMED im Krisengebiet mit dem Projekt UPAKAR (nepalesisch für Helfen) für eine bessere Gesundheitsversorgung der erdbebenversehrten Menschen. In Zusammenarbeit mit der nepalesischen Regierung und der lokalen nepalesischen Organisation MANK ist FAIRMED am Wiederaufbau und der Ausrüstung der beim Erdbeben zerstörten Gesundheitszentren beteiligt, bildet Gesundheitspersonal aus, treibt die Sensibilisierung der Menschen für eine gute Gesundheit voran, integriert und unterstützt Menschen mit Behinderungen, lanciert und coacht Müttergruppen sowie Selbsthilfegruppen für Menschen mit Behinderungen.

So stärkt FAIRMED das Gesundheitssystem: