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Gesundheit für alle: Schritt für Schritt zum Ziel

Im Hinblick auf die bis 2030 zu erreichenden Ziele für nachhaltige Entwicklung arbeiten Regierun-gen weltweit daran, ihr Gesundheitssystem soweit zu reformieren, dass alle Menschen einen gleichberechtigten Zugang zu Gesundheitsversorgung erhalten. Nepal wagt als eines der ersten Entwicklungsländer den Schritt in eine gerechtere Gesundheitspolitik.

Die Müttergruppen in den Dörfern lernen über die Wichtigkeit von Familienplanung, Schutzimpfugen für ihre Kleinkinder oder Schwangerschaftsuntersuchungen.

Gesundheit für alle ist noch immer keine Selbstverständlichkeit: Weltweit haben 400 Millionen* Menschen schlechten oder keinen Zugang zu grundlegender Gesundheitsversorgung. Deshalb wurde die Bekämpfung dieses Problems in den Katalog der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs), die bis 2030 erreicht werden sollen, aufgenommen. Im Rahmen des Ziels «Gesundheit für alle» steht nicht nur der direkte Zugang zu Behandlungsmöglichkeiten und Medikamenten im Vordergrund, sondern auch die Vorsorge, um vor allem arme Menschen finanziell zu entlasten und so die Ungleichheit beim Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen zu verringern.

Nepal legt ersten Meilenstein
In Anbetracht dieser Ungleichheit hat das nepalesische Parlament ein neues Gesetz verabschiedet, das alle Bevölkerungsschichten im Krankheitsfall finanziell absichert. Mit der Einführung einer obligatorischen und einheitlichen Grundversicherung, Prämienverbilligungen für Arme und einem geregelten Verhältnis zwischen Versichertem und Versicherer gleicht das neue Vorsorgesystem in vielen Aspekten dem schweizerischen Gesundheitswesen. Damit reformiert Nepal nicht nur sein eigenes Gesundheitssystem, sondern setzt auch einen bedeutenden Meilenstein auf dem Weg zu universeller Gesundheitsversorgung. «Das Gesetz bezieht sich hauptsächlich auf die Individualisierung der Versicherung von Einzelpersonen und Familien. Damit werden vor allem Menschen mit wenig Einkommen finanziell entlastet», kommentiert FAIRMED-Landesverantwortliche Nirmala Sharma die Reform.

FAIRMED als Rückenstärkung
Auch FAIRMED setzt sich für die Erreichung des Ziels «Gesundheit für alle» in Nepal ein: besonders für Menschen, die weit abgelegen und in ärmlichen Verhältnissen leben und deswegen oft nicht vom bestehenden Gesundheitsdienstleistungen profitieren können. Im Distrikt Kapilvastu setzt sich FAIRMED zum Beispiel für eine nachhaltige Verbesserung der Gesundheitsversorgung von Müttern und Kleinkindern ein. Dazu wird stark auf die Aus- und Weiterbildung von lokalem Gesundheitspersonal und Freiwilligen gesetzt, aber auch auf Aufklärungs- und Sensibilisierungsarbeit, indem Mütter über die vorhandenen Gesundheitsangebote informiert werden. «Dieses Vorgehen hat bisher weitreichend positive Wirkung gezeigt. So konnten wir beinahe allen in der Region Zugang zu einer medizinischen Rundumversorgung ermöglichen», erzählt Nirmala Sharma.

*Quelle: WHO Global Monitoring Report 2015 http://apps.who.int/iris/bitstream/10665/174536/1/9789241564977_eng.pdf?ua=1

Mit Weiterbildungskursen für Gesundheitsfachkräfte und freiwillige Gesundheitsmitarbeiterinnen setzt sich FAIRMED für eine nachhaltige Verbesserung der Gesundheit ein.