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Gesundheit in Nepal: «Das Land bewegt sich in die richtige Richtung»

Durch die Dezentralisierung des Regierungssystems verantworten in Nepal neu regionale Regierungsvertreter die Umsetzung von staatlichen Programmen – das nationale Gesundheitsprogramm inbegriffen. Dafür fehlt ihnen laut FAIRMED-Landeskoordinatorin Nirmala Sharma aber oft die nötige Erfahrung.

Nirmala Sharma steht der Dezentralisierung positiv gegenüber

«Für die lokalen Behörden bedeutet Gesundheit oft nichts anderes als die blosse medizinische Versorgung in Krankenhäuser. Sie sind mit dem Thema nur konfrontiert, wenn jemand krank wird. Doch Gesundheit ist weit mehr als das», erklärt Sharma. Die Regierung habe deshalb ein Zwei-Tages-Programm entwickelt, das den Gesundheitsbeamten einen Crash-Kurs zum Thema Gesundheit bietet. An dessen Entwicklung und Implementierung ist auch FAIRMED beteiligt.

Teufelskreis aus Armut und Krankheit
Dabei handelt es sich aber nur um einen ersten Schritt auf dem Weg zu einem gut funktionierenden Gesundheitssystem. So stellt die mangelnde Qualität der öffentlichen Spitäler noch immer ein grosses Problem dar, unter dem vor allem die arme Bevölkerung leidet. Denn der gut funktionierende private Gesundheitssektor mit hunderten Praxen bietet laut Nirmala Sharma zwar gute Gesundheitsleistungen, für die Armen sei er jedoch zu teuer. Eine Behandlung in einer privaten Klinik gehe dann auch schon mal mit dem Verkauf des eigenen Landes einher, so Sharma. So entsteht der typische Teufelskreis aus Armut und Krankheit.

Insgesamt zeigt sich die FAIRMED-Koordinatorin aber trotz dieser Hürden überzeugt davon, dass sich Nepal «in die richtige Richtung bewegt». Vor allem die dezentralisierte regionale Gesundheitsversorgung stimmt sie positiv. So soll es in Zukunft für jede Nepalesin und jeden Nepalesen möglich sein, in vernünftiger Zeit ein Krankenhaus zu erreichen.