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Gesundheit in Taabo: Einsatz erfolgreich beendet

Der Zugang zu Gesundheitsversorgung ist für Menschen im ländlichen Afrika eine der grössten Herausforderungen – so auch in der Elfenbeinküste. Nach rund einem Jahrzehnt wurde das Projekt «Santé Taabo» in der Elfenbeinküste erfolgreich abgeschlossen und im Januar 2018 offiziell den lokalen Behörden übergeben.

Dank Booten sparen jene, die medizinische Versorgung brauchen viel Zeit und müssen ihre Kinder und ihre Familie nicht tagelang allein lassen.


Als FAIRMED im Jahr 2008 mit dem Projekt «Santé Taabo» in der Elfenbeinküste begann, standen die lokalen Behörden mit dem Aufbau eines Gesundheitssystems noch ganz am Anfang. Die politischen und militärischen Krisen zwischen 2002 und 2010 hatten das ohnehin schon schwache Gesundheitssystem zusätzlich belastet. Besonders die Bevölkerung in ländlichen Gebieten hatten nur wenige Möglichkeiten für medizinische Grundversorgung. Einerseits lag dies daran, dass die Regierung keine physischen Behandlungsorte eingerichtet hatte. Andererseits lag es auch an der räumlichen Distanz: Die mehrere Kilometer langen, von riesigen Flüssen durchzogenen Strecken machten die Reise zum nächsten Gesundheitszentrum äusserst schwierig für die Bevölkerung.

Bereit für eine Gesunde Zukunft
Vieles hat sich seit Projektbeginn zum Besseren gewendet: Gemeinsam mit den Behörden und der Bevölkerung ist es FAIRMED gelungen, den Gesundheitszustand der Bevölkerung zu verbessern und die Kindersterblichkeitsrate zu senken. Mit Hilfe von FAIRMED wurden elf Gesundheitszentren mit medizinischer Grundausstattung errichtet. Darin wurde staatlich diplomiertes Gesundheitspersonal stationiert, welches nun die Gesundheit der Bevölkerung durch Basisbehandlungen gewährleistet. Zudem hat FAIRMED in den Dörfern insgesamt 72 freiwillige Gesundheitshelfer und Gesundheitshelferinnen für simple Behandlungen ausgebildet und mit einfachen Apotheken ausgerüstet. Für den schnellen und sicheren Transport von Kranken stellte FAIRMED der Dorfgemeinschaft zwei Boote zur Verfügung.

Selbstbestimmtes Leben
Neben Infrastruktur und ausgebildetem Personal setzte sich FAIRMED aber vor allem für die Eindämmung von Krankheiten ein: Unter Anleitung von FAIRMED lernten die Dorfgemeinschaften, wie sie ihre Hygiene eigenständig verbessern können. Mit dem Bau von Latrinen und der Gewährleistung des Zugangs zu sauberem Trinkwasser wurde die Anzahl Betroffener von Durchfallerkrankungen und die Kindersterblichkeit in ihren Dörfern gesenkt. Die Dorfgemeinschaften erkennen nun den Wert einer guten Hygiene und leben gesünder.

Zudem bestärkte FAIRMED die Dorfgemeinschaften darin, sich politisch zu organisieren, damit die Dorfgemeinschaften auch nach Rückzug von FAIRMED für ihre gesundheitlichen Bedürfnisse einstehen: Insgesamt 14 Dorfgemeinschaften wurden dabei unterstützt, Komitees aufzuziehen, welche die Interessen und Bedürfnisse der Gemeinschaft auf politischer Ebene vor dem Staat vertreten.

Ganz in lokalen Händen
Am 26. Januar 2018 fand zum Projektende ein letzter Workshop statt, an dem alle Beteiligten das Projekt verabschiedeten und offiziell für die Übernahme durch die Behörden freigaben. Nun liegt es an der ivorischen Behörde, die Errungenschaften weiterzuführen und auszubauen. Zwar stehen ihnen weitere Herausforderungen bevor, doch mit dem FAIRMED-Projekt ist der Grundstein für eine gesunde Zukunft gelegt.


Unsere Partnerorganisation Centre Suisse de Recherche Scientifique (CSRS) zieht ebenfalls Bilanz. Hier gehts zum Artikel (auf Französisch)