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Im Schatten des Wirtschaftswunders

Indiens Wirtschaft wächst und wächst – gleichzeitig leben im Schwellenland Indien so viele arme Menschen wie sonst nirgends auf der Welt. Kann in diesem Land der Gegensätze die Vision «Leave no one behind» eines Tages Realität werden?

FAIRMED hat in den 60er Jahren in Indien viele Lepra-Spitäler gebaut und unterhalten

Indien ist längst kein Entwicklungsland mehr. In den letzten siebzig Jahren ist das Wirtschaftswachstum im Land kontinuierlich gestiegen, in den letzten zehn Jahren sogar um durchschnittlich 7,3 Prozent. Ökonomen des britischen Centre for Business and Economics Research (Cebr) prophezeiten, dass Indien in diesem Jahr zur fünftgrössten Wirtschaft weltweit anwachsen wird.

Gleichzeitig gibt es kein anderes Land auf der Welt, in dem so viele Menschen in Armut leben. Laut der World Bank kommen rund 300 Millionen Menschen in Indien mit weniger als zwei Dollar pro Tag aus – das ist jede oder jeder Fünfte im Land. Den Schwächsten der Gesellschaft wie Frauen, Kindern, älteren Menschen und Menschen mit Behinderungen mangelt es an genügender Ernährung, angemessenem Wohnen, Bildung und medizinischer Versorgung.

Fast sechzig Jahre Lepra-Arbeit von FAIRMED
Besonders prekär: Vor allem die Ärmsten, die auf engem Raum, unter fatalen hygienischen Bedingungen und ohne Zugang zu medizinischer Versorgung leben, sind gefährdet, sich mit Lepra anzustecken. FAIRMED hat in den Anfängen ihrer Tätigkeit in den 60er Jahren in Indien deshalb viele Lepra-Spitäler gebaut und unterhalten.

Heute verschieben sich die Programme immer mehr in Richtung Früherkennung und Prävention von Behinderungen durch Lepra. In Zusammenarbeit mit lokalen Organisationen trägt FAIRMED in abgelegenen ländlichen Gebieten und in Slums der Millionenstädte zur Diagnose, Überwachung, Behandlung und Wiedereingliederung von Lepra-Betroffenen bei. Denn mit jedem Menschen, der von Lepra geheilt wird, gelingt es, einen Menschen weniger zurückzulassen.