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Indiens neue Sensibilisierungs-Kampagne gegen Lepra

Fast 60 Prozent aller Lepra-Betroffenen leben in Indien. Mit verschiedenen Aktionen will die indische Regierung nun erneut auf die Krankheit und deren Folgen aufmerksam machen.

Die Bevölkerung Indiens wird bei der Sensibilisierungs-Kampagne direkter eingebunden


Indien setzt sich seit Jahren für die Ausrottung von Lepra ein. Mit einer neuen Sensibilisierungs-Kampagne, welche am 02. Februar 2017 ins Leben gerufen wurde, will die indische Regierung erneut die Menschen für Lepra und deren schwerwiegende Folgen sensibilisieren. Aktuell werden in Indien jedes Jahr mehr als 127 000 neue Lepra-Fälle diagnostiziert. Die Kampagne des nationalen Anti-Lepra-Programms NLEP soll hier nun mithilfe verschiedener nationaler Aktionen eine Veränderung bewirken.

Den «versteckten Fällen» auf der Spur

Die Initianten der Kampagne, darunter der FAIRMED-Landesverantwortliche John Kurian George, hoffen auf diesem Weg dem Problem der «versteckten Fälle» näher zu rücken. Als versteckte Fälle werden Lepra-Patienten bezeichnet, deren Erkrankung noch nicht diagnostiziert und behandelt worden ist. «Die versteckten Fälle machen Massnahmen gegen Lepra besonders schwierig», sagt Dr. Anil Kumar, stellvertretender Generaldirektor des nationalen Gesundheitsministeriums. «Wird eine Lepra-Erkrankung zu spät erkannt, so hat dies für die Betroffenen oftmals schwerwiegende Behinderungen zur Folge». Zudem, so Kumar weiter, würden unbehandelte Lepra-Betroffene die Krankheit fortlaufend weiterverbreiten.

Die Bevölkerung einbinden

Hier will die neue Sensibilisierungs-Kampagne ansetzen: Die Bevölkerung, insbesondere abgelegene Gemeinschaften, sollen direkter in den Kampf gegen Lepra eingebunden werden. Mit Informationsanlässen und Aufklärung will die NLEP bewirken, dass die Bevölkerung die ersten Anzeichen von Lepra erkennen und deuten kann. Betroffene erhalten so eine frühzeitige Behandlung und die Weiterverbreitung der Krankheit kann unterbrochen werden.