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«Jeder Mensch hat das Recht auf ein gesundes Leben»

Seit vielen Jahren schon unterstützt Martin Oberholzer-Riss FAIRMED mit Spenden. Im Gespräch mit FAIRMED erzählt der pensionierte Arzt von seinen persönlichen Erfahrungen in der Entwicklungszusammenarbeit und warum er beim Spenden grösstes Vertrauen in FAIRMED hat.

Martin Oberholzer-Riss wirkte an verschiedenen Telemedizin-Projekten mit: «So liessen sich räumliche Distanzen überwinden.»

Die Arbeit von FAIRMED lernte Martin Oberholzer-Riss vor über zehn Jahren am Basler Herbstmarkt kennen, damals noch unter dem Namen «Leprahilfe Emmaus». Als engagierter Pathologieprofessor hatte er genau mitverfolgen können, wie sich die Kenntnisse über die Lepra rasant entwickelt hatten. Auf die Frage, wieso sich Martin Oberholzer-Riss nicht nur fachlich, sondern auch persönlich von Lepra betroffen fühlt, antwortet er: «Ich vergleiche das Leid in den betroffenen Ländern mit meiner eigenen Lebenssituation hier in der Schweiz. Ich beschäftige mich dann immer mit der existenziellen Frage: Warum habe gerade ich es so gut und ein anderer nicht? Es ist oft vorgekommen, dass ich nach meinen Reisen lange nicht mehr mit meiner Frau auswärts essen gehen konnte, weil ich daran denken musste, was ich alles mit den 200 Franken bewirken könnte. Auch jetzt noch denke ich immer wieder, man müsse noch mehr tun.»

Ohne Solidarität & Empathie geht nichts
Bis zu seiner Pensionierung im vergangenen Sommer wirkte Martin Oberholzer-Riss immer wieder als Experte an Projekten mit, die sich mit den Themen Gesundheit, Bildung und Technologie in der Entwicklungszusammenarbeit beschäftigten. Wiederholt reiste er an Orte wie auf die Solomon-Inseln, in die Mongolei und in Staaten Afrikas – Orte, die wie die FAIRMED-Projektgebiete teilweise nur schwer erreichbar sind. Dort half er jeweils beim Aufbau eines Telekommunikationssystems mit. So lernte Martin Oberholzer-Riss viel über die Herausforderungen der Entwicklungszusammenarbeit. Genauso ausführlich wie anteilnehmend rekonstruiert er die Vergangenheit, erzählt von Erlebnissen und Begegnungen. Dabei betont er immer wieder, wie wichtig es sei, dass die Bedürfnisse der begünstigten Gemeinschaften berücksichtigt werden: «Für den Erfolg von Projekten ist entscheidend, dass man eine persönliche Beziehung zu den Menschen, die man unterstützt, aufbaut. Es muss eine Zusammenarbeit entstehen. Ohne eine bestimmte Grundsolidarität und Empathie geht es nicht. Dazu gehört auch, dass man nicht wertet und seine eigenen Ansprüche nach Anerkennung zur Seite legt.»

Spenden ist gut, Vertrauen ist besser
In all den Jahren, in denen Martin Oberholzer-Riss als Arzt arbeitete, unterrichtete, forschte und entwickelte, eignete er sich ein umfangreiches Repertoire an Geschichten, Erfahrungen und Erkenntnissen an, welche ihn immer wieder daran erinnern sollten, warum er spendet. Seine Frau Ursula und er unterstützen verschiedene Organisationen vor allem in den Bereichen Infrastruktur, Selbsthilfe und Bildung. Beim Spenden ist Martin Oberholzer-Riss aber vor allem eines wichtig: Dass er sich mit der Vision und den Zielen einer Organisation identifizieren kann. «Es ist wichtig, dass die Organisation ein klares Bild von sich gibt. In dieser Hinsicht ist FAIRMED sehr sympathisch: Ich kann mich mit den Tätigkeiten von FAIRMED nämlich sehr gut identifizieren.» Dass die Arbeit von FAIRMED wirkungsvoll und wichtig ist, stellt Martin Oberholzer-Riss kein einziges Mal in Frage. Er findet, wenn man schon spendet, dann müsse man auch an die Kompetenzen der Organisation glauben und ihr die Entscheidung überlassen, was gut ist oder nicht: «Ich habe blindes Vertrauen in FAIRMED. Ich bin restlos überzeugt, dass ihr das richtig macht.»