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Kampf gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten: Geteiltes Bild in Afrika

Jedes Jahr erstellt das Netzwerk Uniting to Combat NTDs einen Index, der den Erfolg von 49 afrikanischen Ländern bei der Bekämpfung von vernachlässigten Tropenkrankheiten (NTDs) zeigt. Darin lässt sich ein ungewöhnlicher Trend erkennen: Einige arme Länder wie Swasiland und Malawi thronen an der Spitze, reichere Länder wie Botswana und Südafrika finden sich im unteren Drittel wieder.

Laut der WHO sind Länder, die mehr als 75 Prozent der gefährdeten Menschen behandeln, on track um eine Krankheiten zu besiegen.

Konkret beziehen sich die Zahlen auf die fünf am weitest verbreiteten NTDs, für die eine Massenbehandlung existiert: Trachom, Darmwürmer, Elephantiasis, Bilharziose und die Flussblindheit. Von diesen Krankheiten sind 1,6 Milliarden Menschen weltweit betroffen, darunter mehr als 600 Millionen in Afrika.

Für den Index wird die Anzahl der Menschen, die eine Behandlung benötigen, mit der Anzahl derjenigen verglichen, die eine Behandlung erhalten. Dies ergibt die «Abdeckung» jeder Krankheit in Prozentzahlen von 1 bis 100. Mit Hilfe statistischer Instrumente wird aus den fünf Abdeckungswerten eine Gesamtsumme für jedes Land  ermittelt.

Liegt dieser Wert über 75, ist das Land laut dem Index «on track» bei der Bekämpfung von NTDs. Denn laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden Länder, die mehr als 75 Prozent der gefährdeten Menschen behandeln, die Krankheiten letztlich auch besiegen.

Andere Prioritäten
Momentan übertreffen 15 Länder in Afrika  das Ziel von 75 Prozent. Pikant: An der Spitze liegen mit Swasiland und Malawi Länder mit einem tiefen Bruttoinlandprodukt. Reichere Länder wie Südafrika, Äquatorialguinea, Gabun und Botswana liegen hingegen alle im unteren Drittel der Rangliste.

Dr. Mwelecele Ntuli Malecela, Direktorin für die Kontrolle von NTDs bei der WHO, vermutet, dass reichere Länder zurückbleiben, weil sie NTDs möglicherweise nicht als Priorität oder Gefahr für die nationale Gesundheit sehen. «In Südafrika zum Beispiel wurde HIV/Aids lange eine viel grössere Beachtung geschenkt», schreibt sie.