|

Krise in der Zentralafrikanischen Republik – FAIRMED bleibt

In der zentralafrikanischen Republik haben erneute gewalttätige Unruhen zahlreiche Menschen in die Flucht getrieben. Den Geflohenen wie Gebliebenen fehlt es allerdings an grundlegenden Dingen wie sauberes Wasser, Lebensmittel und Hygieneeinrichtungen.

Die Zufuhr von Medikamenten in die ohnehin schon abgelegenen Gemeinschaften ist noch schwieriger geworden.

Nach einer kurzen konfliktruhigeren Phase hat sich die Krise in Zentralafrika wieder drastisch verschlimmert. Dem UNO-Hochkommissariat für Flüchtlinge UNHCR zufolge erreicht die Zahl der Menschen, die seit Ausbruch des Bürgerkriegs in 2013 vor der Gewalt fliehen, einen traurigen Höhepunkt: Über eine Million Menschen sind derzeit auf der Flucht, sei es im Inland oder in die benachbarten Länder.

Jeder Zweite benötigt dringend humanitäre Hilfe. Doch die schwierige Sicherheitslage hat dazu geführt, dass sich viele humanitäre Organisationen aus dem Land zurückgezogen haben. FAIRMED gehört zu den wenigen, die noch geblieben sind.

Ein Fleckchen Frieden finden

Obwohl das Projektgebiet, in dem FAIRMED seit 2010 aktiv ist, bisher nur wenig von der Gewalt betroffen ist, erschweren die erneut entfachten Unruhen in den angrenzenden Gebieten die Arbeit vor Ort. FAIRMED-Länderverantwortlicher Emmanuel Mbouem Mbeck berichtet aus der Hauptstadt Bangui: «Die Bevölkerung von Lobaye ist sowieso schon schwer erreichbar, da sie so abgelegen lebt. Die Auseinandersetzungen erschweren die Zufuhr von wichtigen Medikamenten zusätzlich, aber vor allem das mangelnde Personal ist eine Herausforderung, die wir so gut es geht zu überwinden versuchen.»

Wegen den gewalttätigen Auseinandersetzungen, die sich mehrheitlich im Südosten, Nordosten und Nordwesten des Landes abspielen, suchen nun viele Schutz im Südwesten. «Die Menschen sind sehr angespannt und vielerorts herrschen Zerstörung und Gewalt. Trotzdem hat es FAIRMED geschafft, die Gesundheitsstrukturen im Projektgebiet weitgehend aufrecht zu erhalten», so Emmanuel Mbouem Mbeck.

Erst im Frühjahr traf sich FAIRMED-Länderverantwortlicher Emmanuel Mbouem Mbeck (links) mit FAIRMED-Prgrammleiter Bart Vander Plaetse in Bangui. Seither hat sich die Sicherheitslage wieder drastisch verschlechtert.