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Kurze Momente des Lebens teilen

Manjo Basiru Isa arbeitet seit Januar 2015 bei FAIRMED und betreut als Projektkoordinator das mit dem UNHCR durchgeführte Flüchtlingsprojekt im Norden Kameruns. Basiru, der selber der Gruppe der benachteiligten Bororo angehört, erklärt, warum er sich für die Flüchtlinge in Kamerun engagiert, was ihn bei seiner Arbeit ärgert und wann für ihn ein Tag erfolgreich war.

Basiru ist seit 2015 für FAIRMED unterwegs

FAIRMED vor Ort: Vor über zwei Jahren hast du dich entschieden, FAIRMED als Projektkoordinator zu unterstützen. Was hat deine Entscheidung beeinflusst?

Basiru: Eine Freundin von mir war mit den Projekten von FAIRMED vertraut und da sie wusste, wie sehr mich die Schicksale armer und vernachlässigter Menschen bewegen, ermutigte sie mich, bei FAIRMED meine Bewerbung für ein Praktikum einzureichen. Nach einem Treffen mit dem Landeskoordinator von Kamerun durfte ich tatsächlich drei Monate mit aufs Feld. Dort eignete ich mir in kurzer Zeit viel Wissen und Erfahrung an und konnte mir so eine Festanstellung sichern.

Erzähle uns von deinen Höhen und Tiefen in diesem Job.

Ich habe grosses Glück, dass mir meine Arbeit viele Freiheiten lässt. Durch diese Eigenständigkeit gelingt es mir meistens, einen Weg zu unseren Zielen zu finden und dann zu sehen, wie viel man mit wenig für die Menschen tun kann.

Tiefen gibt es keine in meinem Job, ich würde höchstens die schwierige Zusammenarbeit zwischen so vielen Akteuren als Herausforderung bezeichnen. Es ist ärgerlich zu sehen, dass Mitarbeitende der vielen verschiedenen anwesenden Organisationen deine Arbeit erschweren oder verhindern.

Wie sieht so ein Tag als Projektkoordinator aus?

Zu allererst skizziere ich mithilfe meiner Agenda und meinen bearbeiteten Mails meinen Tag in einer To-do-Liste, worin alle meine Aufgaben für diesen Tag aufgeführt sind. Erfolgreich bin ich, wenn ich am Abend 95 Prozent aller Aufgaben erfüllt habe. Nebst dem Ausführen aller Aufgaben versuche ich, möglichst viel Zeit auf dem Feld zu verbringen. Ich möchte die betroffene Gemeinschaft kennenlernen, von ihren Geschichten erfahren und einen kurzen Moment des Lebens mit ihnen teilen. So gelingt es in Zukunft vielleicht noch besser, die Arbeit von FAIRMED auf die Bedürfnisse der Betroffenen abzustimmen und sie so vermehrt in unsere Arbeit und in ihr neues Leben zu integrieren.