Live-Ticker So ist die Situation in den FAIRMED-Projektländern

Das Corona-Virus hat mittlerweile alle Projektländer von FAIRMED erreicht. Hier informieren wir Sie über die neusten Entwicklungen und geben Ihnen einen Eindruck über die Lage vor Ort.

Wir sind vor Ort – auch in Zeiten von Corona

Da wir ausschliesslich mit lokalen Mitarbeitenden arbeiten und kein Fachpersonal einfliegen müssen, sind wir auch während der Pandemie in der Lage, unsere bestehenden Projekte weiterzuführen. Gegen die Ausbreitung des Corona-Virus rüsten wir Gesundheitseinrichtungen mit Handdesinfektionsmitteln, Masken und Testkits aus und sensibilisieren die Menschen für Schutzmassnahmen. Danke, dass Sie sich an unserer Seite für die Ärmsten der Armen einsetzen.

Jetzt FAIRMED im Kampf gegen Corona unterstützen.

Dienstag, 02.02.2021

«Apokalyptische Situation» in Bangui: Rebellen rücken näher

Wie BBC News berichtet, haben die Rebellen die Hauptstadt der Zentralafrikanischen Republik (RCA) umzingelt. Die Rebellen bestreiten die Gültigkeit der Wiederwahl von Präsident Faustin Archange Touadéra im Dezember und wollen ihn gestürzt sehen.Verteidigt wird Bangui - wo sich alle FAIRMED Mitarbeitenden aufhalten - von Regierungstruppen, die von UN-, russischen und ruandischen Truppen unterstützt werden. Anfang des Monats wurde der Ausnahmezustand ausgerufen.

Die Situation sei apokalyptisch, beschreibt Martin Ziguélé, ehemaliger Premierminister der RCA, die Situation gegenüber Reuters. Er führt weiter aus, dass sich alle darauf konzentrieren, die Hauptversorgungsroute zwischen Bangui und Ostkamerun offen zu halten. «Ich kann Bangui nicht verlassen ohne eine schwer bewaffnete Armee-Eskorte», so Ziguélé zur Nachrichtenagentur per Telefon. «Stellen Sie sich dann die Bevölkerung vor.»

200 000 Menschen sind bereits geflohen

Nach Angaben der UN sind seit Ausbruch des Konflikts im vergangenen Monat mehr als 200 000 Menschen aus ihren Häusern geflohen. Das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) teilte mit, dass etwa 92 000 Flüchtlinge in die Demokratische Republik Kongo geflohen seien und mehr als 13 000 nach Kamerun, Tschad und in die Republik Kongo übergesetzt hätten. Der Rest sei innerhalb der RCA vertrieben worden.

Ein Sprecher des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR sagte in Genf, dass die Angriffe der Rebellen den Zugang für humanitäre Hilfe nach Bangui erschwert hätten und dass viele Menschen nun mit «schrecklichen Bedingungen» konfrontiert seien.

Freitag, 29.01.2021

FAIRMED unterstützt nepalesische Regierung bei Covid-Impfprogramm

Die Regierung in Nepal hat die nationale Impfkampagne gegen Corona offiziell gestartet. Den Impfstoff importiert die Regierung aus dem Nachbarland Indien, die verschiedenen Distriktkrankenhäuser werden zu Immunisierungszentren gemacht.

FAIRMED Nepal wird dabei mitwirken, die besonders bedürftigen und verletzlichen Menschen mit dem Impfstoff zu versorgen – wir werden Medikamententransporte organisieren, Freiwillige mobilisieren, welche die Impfungen durchführen und die Bevölkerung für die Wichtigkeit der Impfung sensibilisieren.

Die Bevölkerung in Nepal wurde vom Corona-Virus mit voller Wucht getroffen. Erst seit dem letzten Oktober ist die Anzahl an neu registrierten Corona-Erkrankungen zurückgegangen.

Dienstag, 05.01.2021

Touadéra erneut zum Präsidenten gewählt - Unruhen halten an

Faustin-Archange Touadéra hat sich in der Zentralafrikanischen Republik (RCA) ein zweites Mandat gesichert. Dies berichtet der Auslandsrundfunk der Bundesrepublik Deutschland am Dienstagmorgen. Nach den noch vorläufigen Ergebnissen errang der amtierende Präsident fast 54 Prozent der Stimmen. Das Ergebnis muss vom Verfassungsgericht noch offiziell bestätigt werden.

Einige Oppositionskandidaten forderten jedoch eine Annullierung, da es «Unregelmässigkeiten und Betrug» gegeben habe. Die Wahl fand Ende Dezember statt. Vor, während und nach der Wahl kam es zu Übergriffen bewaffneter Rebellen, welche den Ablauf der Wahl stören wollten.

Unsere Mitarbeitenden vor Ort wurden mittlerweile alle in die Hauptstadt Bangui gebracht. Sie berichten davon, dass die Transportwege zwischen der Hauptstadt und vielen Provinzstädten unterbrochen sind und die Versorgung mit Gütern daher knapper wird. Die Regierung versuche einen Plan auszuarbeiten, um die medizinische Versorgung im Land aufrechtzuerhalten. Die FAIRMED-Mitarbeitenden vor Ort sollen in diese Pläne involviert werden.

Kämpfe dauern an

Ausserdem berichten sie davon, dass die Rebellen weitere Städte unter ihre Kontrolle gebracht hätten. Dies bestätigt auch die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» am Dienstag. Laut dem Blatt eroberten Rebellengruppen am Wochenende die Diamantenstadt Bangassou. Die Kämpfer hatten die im Südosten an der Grenze mit der Demokratischen Republik Kongo (DRC) gelegene Stadt am Samstagmorgen angegriffen und am Sonntag unter ihre Kontrolle gebracht. Viele Einwohner flüchteten über den Grenzfluss in die Demokratische Republik Kongo.

Ebenfalls am Samstagmorgen sei die Stadt Damara angegriffen worden, die 75 Kilometer von Bangui entfernt liegt. Die nationalen Streitkräfte hätten auf das Feuer der Angreifer reagiert, woraufhin diese sich zurückzogen, während die MINUSCA-Friedenstruppen die Patrouillen in der Stadt und in der Umgebung verstärkten. Da die grösseren Strassen kontrolliert werden, arbeiten sich die schwerbewaffneten Rebellen mit Motorrädern und kleinen Lastwagen durch den Regenwald voran.

Faustin-Archange Touadéra @Nacer Talel/AA/picture alliance