Live-Ticker So ist die Situation in den FAIRMED-Projektländern

Das Corona-Virus hat mittlerweile alle Projektländer von FAIRMED erreicht. Hier informieren wir Sie über die neusten Entwicklungen und geben Ihnen einen Eindruck über die Lage vor Ort.

Wir sind vor Ort – auch in Zeiten von Corona

Da wir ausschliesslich mit lokalen Mitarbeitenden arbeiten und kein Fachpersonal einfliegen müssen, sind wir auch während der Pandemie in der Lage, unsere bestehenden Projekte weiterzuführen. Gegen die Ausbreitung des Corona-Virus rüsten wir Gesundheitseinrichtungen mit Handdesinfektionsmitteln, Masken und Testkits aus und sensibilisieren die Menschen für Schutzmassnahmen. Danke, dass Sie sich an unserer Seite für die Ärmsten der Armen einsetzen.

Jetzt FAIRMED im Kampf gegen Corona unterstützen.

Donnerstag, 24.12.2020

Grossprojekt zur Ausrottung der Frambösie in Zentralafrika ist gestartet

FAIRMED ist in Zentralafrika seit Jahrzehnten bekannt für die Expertise beim Kampf gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten. Daher sind wir von OCEAC, der Entwicklungsorganisation der Zentralafrikanischen Wirtschafts- und Währungsgemeinschaft, beauftragt worden, mehrere Regierungen bei der Umsetzung eines länderübergreifenden Projekts zur Ausrottung der Frambösie in Zentralafrika zu unterstützen. Die Zielgruppe umfasst rund 1,4 Millionen Menschen.

In einem ersten Schritt streben wir an, die Ausbreitung der Frambösie unter den indigenen Aka und Baka - die besonders häufig an der tückischen Krankheit leiden - in den 17 am meisten betroffenen Distrikten in Kamerun, der Demokratischen Republik Kongo und der Zentralafrikanischen Republik zu stoppen.

Projektstart gelungen

Vor wenigen Tagen ist das Projekt nun gestartet mit dem ersten Etappenziel, alle Frambösie-Patienten im Projektgebiet mit dem Antibiotikum Azithromycin zu behandeln. Denn bleibt Frambösie unbehandelt, führt sie bei fast einem Zehntel aller Erkrankten zu Verstümmelungen und Behinderungen in Form von massiver Zerstörung der Haut, des Gaumens, der Nase und der Knochen. Die Krankheit betrifft am meisten Kinder und Heranwachsende und breitet sich besonders dort aus, wo schlechte hygienische Bedingungen herrschen.

Zur Ausrottung der Frambösie reicht die Medikamentenabgabe an Betroffene allein aber nicht aus. Unser Ziel ist es auch, die Bevölkerung vor Ort für die Krankheit zu sensibilisieren, das Gesundheitspersonal zu schulen sowie ein System einzuführen, durch das wir genau überwachen können, ob und wann neue Fälle auftreten. Nur so können wir die Krankheit nachhaltig besiegen.

Die Betroffenen sind oft nur mit schwierigen Mitteln zu erreichen
Alle Frambösie-Patienten müssen mit dem Antibiotikum Azithromycin behandelt werden
Zur Ausrottung der Krankheit muss die Bevölkerung sensibilisiert werden

Mittwoch, 23.12.2020

Weitere Rebellenangriffe in der Zentralafrikanischen Republik

Die «Coalition des patriotes pour le changement» (CPC) hat eine Reihe von koordinierten Angriffen auf mehrere Orte in der Zentralafrikanischen Republik (RCA) verübt, insbesondere im Westen des Landes. Die Mitarbeitenden von FAIRMED sind im Moment in Sicherheit: Drei von ihnen wurden mittlerweile aus der im Südwesten gelegenen Stadt Nola von der Mission der Vereinten Nationen (MINUSCA) eskortiert und in die Stadt Berbérati gebracht. Wir arbeiten nun daran, dass sie mit einem humanitären Evakuationsflug aus Berbérati nach Bangui mitfliegen können.

Unsere anderen Mitarbeitenden befinden sich in der Hauptstadt Bangui, die laut dem Leiter der Minusca, Mankeur Ndiaye, im Moment sicher ist. Gemäss Ndiaye hat die Minusca ihre Sicherheitsmassnahmen zur Unterstützung der zentralafrikanischen Streitkräfte (FACA) und der Internen Sicherheitskräfte (ISF) verstärkt und die Kräfte der Friedensoperation im ganzen Land, insbesondere im Westen und um die Hauptstadt Bangui, «in höchste Alarmbereitschaft» versetzt.

Unübersichtliche Lage

«Diese robuste Haltung der Truppe hat es der Faca ermöglicht, jeden Vormarsch in Richtung Bangui oder die Kontrolle über strategische Städte zu stoppen», sagte der Leiter der Minusca weiter und fügte hinzu, dass neue militärische Aussenposten in sensiblen Gebieten sowie Patrouillen auf den Hauptkommunikationswegen eingerichtet wurden.

Zweifel an dieser Darstellung lässt ein Bericht des Onlinejournals «Corbeau News Centrafrique» aufkommen: Darin heisst es, dass Anwohner in der Stadt Bangui Rebellen gesichtet hätten. Ausserdem berichten sie von Faca-Soldaten, die aus der Stadt flüchten. Dies habe Chaos in der Bevölkerung ausgelöst - insbesondere in den Aussenquartieren PK 11, 12 und 13. In der Hauptstadt selbst seien zwar vorerst keine Schüsse zu hören, aber in den nördlichen Stadtteilen sei eine Panik unter der Bevölkerung registriert worden.

Wahlen sollen stattfinden

Doch was bedeutet dies für die am 27. Dezember angesetzten Präsidentschaftswahlen? Mankeur Ndiaye versicherte am Dienstag, dass die Wahlen stattfinden werden. «Wir glauben, dass alle Bedingungen für die Durchführung der Wahlen gegeben sind», sagte er während einer Pressekonferenz. Er räumte zwar ein, dass es einige unsichere Gebiete gibt, glaubt aber, dass die Situation im ganzen Land unter Kontrolle ist. Falls die Wahlen verschoben werden würden man riskieren «in eine Periode unkontrollierbarer Instabilität einzutreten», warnte Ndiaye vor der Gefahr eines «Machtvakuums».

Dienstag, 22.12.2020

G5+ verurteilt aufflammende Gewalt in der RCA

Die G5+ - eine Gruppe von Staaten und internationalen Institutionen, die Partner der Zentralafrikanischen Republik (RCA) sind - verurteilt in einer kürzlich veröffentlichen Medienmitteilung aufs Schärfste das Wiederaufflammen von Gewalt und Übergriffen in mehreren Ortschaften der RCA. «Die Mitglieder der G5+ beklagen alle Opfer dieser Gewalt, die insbesondere die zentralafrikanische Zivilbevölkerung trifft. Die G5+ fordert einen sofortigen und bedingungslosen Stopp der andauernden koordinierten Offensiven bewaffneter Rebellen, die den normalen Ablauf des Wahlprozesses behindern», so der Wortlaut der Mitteilung.

In der Mitteilung heisst es weiter, dass die G5+ der Ansicht sei, dass die Wahlen am 27. Dezember 2020 in Übereinstimmung mit den verfassungsmässigen Fristen abgehalten werden sollten. «Die G5+ ruft die zentralafrikanischen Akteure dazu auf, sich voll und ganz in den Wahlprozess einzubringen und dazu beizutragen, ein Umfeld aufrechtzuerhalten, das die Ausübung des Wahlrechts durch alle Bürger begünstigt», schreibt die Gruppe abschliessend.

Die gesamte Mitteilung lesen Sie hier.