Live-Ticker So ist die Situation in den FAIRMED-Projektländern

Das Corona-Virus hat mittlerweile alle Projektländer von FAIRMED erreicht. Hier informieren wir Sie über die neusten Entwicklungen und geben Ihnen einen Eindruck über die Lage vor Ort.

Wir sind vor Ort – auch in Zeiten von Corona

Da wir ausschliesslich mit lokalen Mitarbeitenden arbeiten und kein Fachpersonal einfliegen müssen, sind wir auch während der Pandemie in der Lage, unsere bestehenden Projekte weiterzuführen. Gegen die Ausbreitung des Corona-Virus rüsten wir Gesundheitseinrichtungen mit Handdesinfektionsmitteln, Masken und Testkits aus und sensibilisieren die Menschen für Schutzmassnahmen. Danke, dass Sie sich an unserer Seite für die Ärmsten der Armen einsetzen.

Jetzt FAIRMED im Kampf gegen Corona unterstützen.

Mittwoch, 25.11.2020

FAIRMED rüstet Schulen mit Handwaschstationen aus

Das Händewaschen ist nach wie vor die erste Verteidigungslinie gegen Covid-19, doch in vielen ländlichen Schulen in Sri Lanka fehlt es an grundlegenden Handwaschmöglichkeiten, was das Risiko erhöht, dass sich Kinder und Personal mit Covid-19 und anderen Infektionskrankheiten anstecken.

Mit der Unterstützung der Schweizer Botschaft in Sri Lanka und der Unterstützung und Beratung durch den Regionaldirektor für Gesundheit in Puttalam konnte FAIRMED Sri Lanka die sichere Wiedereröffnung und den sicheren Betrieb von lokalen Primarschulen im Distrikt Puttalam während Covid-19 gewährleisten. Dies indem Handwaschstationen mit pedalbetriebenen Spüleinheiten und Wassertanks auf dem Schulgelände eingerichtet wurden. Infolgedessen verfügen derzeit 57 Schulen im Distrikt über funktionsfähige Handwascheinrichtungen, um gute Handwaschgewohnheiten zu praktizieren.

Mittwoch, 18.11.2020

Eine glückliche Geburt trotz Lockdown

Die 33-jährige Aksar Jaha lebt in der Gemeinde Krishnanagar im Bezirk Kapilvastu in Nepal. In dieser Region leben die Menschen meist stark abgelegen und führen ein Leben geprägt von Armut. Das ländliche Gebiet ist stark von vernachlässigten Tropenkrankheiten (NTDs) und einer hohen Mütter- und Neugeborenensterblichkeit betroffen. FAIRMED betreibt hier deshalb ein Projekt mit dem Ziel, den Menschen eine lückenlose medizinische Grundversorgung zu ermöglichen.

Hilfe zur Selbsthilfe

So lernten wir auch Aksar kennen. Sie leidet an der vernachlässigten Tropenkrankheit lymphatische Filariose. Diese Wurmerkrankung betrifft hauptsächlich das Lymphsystem und äussert sich häufig in geschwollenen Gliedmassen. Aksar traf die Erkrankung so hart, dass sie nicht mehr arbeiten konnte. Zum Glück besuchte sie eine freiwillige Gesundheitshelferin des Projekts, welche die Krankheit erkannte (dies auch deshalb, weil die Projektmitarbeitenden auf die typischen Symptome von NTDs geschult werden) und dafür sorgte, dass Aksar eine professionelle Diagnose und die nötigen Medikamente erhielt.

Zudem überzeugte sie Aksar, sich einer Selbsthilfegruppe des Projekts für Betroffene von Lepra und lymphatischer Filariose anzuschliessen. Hier lernen die Betroffenen, wie sie ihre Gliedmassen selbstständig pflegen und durch Training beweglich halten können. Dadurch ging es Aksar bald besser und ihr grösster Traum, endlich schwanger zu werden, ging gleichzeitig auch noch in Erfüllung. Auch hier unterstütze sie die freiwillige Gesundheitshelferin mit medizinischen Tipps rund um das Thema Schwangerschaft und regelmässigen Kontrollbesuchen.

Unterstützung geht auch im Lockdown weiter

Doch dann geschah Corona und die Projektaktivitäten mussten aufgrund des Lockdowns grösstenteils eingestellt werden. Glücklicherweise wusste Aksar nun, wie sie die Symptome ihrer Krankheit selbständig behandeln konnte und für die Geburt wurde ihr von den Projektverantwortlichen ein Transport ins nahegelegene Spital organisiert. Zusätzlich   
half man ihr dabei, sich für ein staatliches Programm einzuschreiben, das Nahrung zu den Menschen nach Hause bringt, die in armen Verhältnissen leben. Denn gerade nach einer Geburt ist eine gesunde Ernährung essentiell für das Wohlergehen von Mutter und Kind. «Heute sind ich und mein kleiner Junge in einer guten Verfassung», sagt Aksar mit einem fröhlichen Lachen auf dem Gesicht.

Hilfe zur Selbsthilfe in der Gruppe
Aksar Jaha leidet an lymphatischer Filariose

Montag, 16.11.2020

Schwieriger Heimunterricht in Sri Lanka

Infolge der COVID-19-Pandemie ist die Praxis des Heimunterrichts auch in Sri Lanka zu einer neuen Realität geworden. In vielen ärmeren Gegenden gestaltet sich diese Praxis aber schwierig und benachteiligt Kinder aus einkommensschwachen Familien.

So müssen die Eltern sicherstellen, dass ihre Kinder alle relevanten Lehrmaterialien zur Verfügung haben. Gerade in benachteiligten Gegenden auf dem Land haben die Eltern aber teils massive Schwierigkeiten, den Schülerinnen und Schülern das entsprechende Material zur Verfügung zu stellen.

Hinzu kommt, dass nicht alle Schulen in Sri Lanka in gleicher Weise mit Einrichtungen zum Online-Unterricht ausgestattet sind. Dies gilt insbesondere für die ländlichen Gebiete sowie für die kleinen städtischen Schulen, wo die Kinder aus Familien mit tiefem sozioökonomischem Status zur Schule gehen.

Eine kürzlich durchgeführte Umfrage ergab, dass im Jahr 2018 nur 52% der sri-lankischen Haushalte mit Kindern im Schulalter ein Smartphone oder einen Computer besassen und nur 40% verfügten über einen Internetanschluss, hauptsächlich über Mobiltelefone. Dies bedeutet, dass weniger als 50% aller Haushalte in Sri Lanka von E-Learning-Möglichkeiten profitieren können. Meistens haben Kinder in ländlichen Gebieten also keinen gleichberechtigten Zugang zu Online-Bildungsinitiativen.