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Neue «Slumbulanz» in greifbarer Nähe

Ein herzliches Dankeschön an alle Spender und Spenderinnen, die unser Crowdfunding für eine neue «Slumbulanz» in Indien unterstützt haben. Mit rund einem Viertel des notwendigen Betrags ist FAIRMED dem Kauf einer neuen mobilen Klinik ein Stückchen näher gekommen. Doch um das Ziel von 10 000 Franken zu erreichen, ist noch weitere Unterstützung gefragt.


Die mobilen Kliniken, auch als «Slumbulanzen» bekannt, sind ein Erfolgsmodell. Sie haben aber leider ein Ablaufdatum: Einer der Busse hat aufgrund seines Alters die Zulassungen für den Strassenverkehr verloren. Mit einer Crowdfunding-Kampagne sammelt FAIRMED deswegen Geld für ein neues Gefährt. Nach dem Prinzip der Schwarmfinanzierung haben wir dabei direkt unsere Spendenden sowie die Öffentlichkeit um Unterstützung angefragt. Seit dem Start der Kampagne vor drei Monaten ist damit rund einen Viertel des Betrags erreicht worden. Unterstützt wird die Kampagne auch durch das FAIRMED-Länderbüro in Indien, das selbstständig Fundraising betreibt. Wenn alles nach Plan verläuft, erhält die Crowdfunding-Kampagne im ersten Quartal 2018 einen Zuschuss von einer indischen Stiftung. Für etwa die Hälfte der Gesamtkosten sind wir aber nach wie vor auf die Unterstützung von Spenderinnen und Spendern angewiesen.

 Mit einer «Slumbulanz» den Kampf gegen Lepra gewinnen
«Mit unseren zwei Bussen stehen wir jeden Tag an zwei von insgesamt 15 Standorten im Slum. Zu uns kommen die Ärmsten der Armen und lassen sich auf Hautprobleme untersuchen. Da der Staat die Lepra-Arbeit nicht übernimmt, sind wir die einzigen, die ihnen ein Lepra-Screening ermöglichen. Wir entdecken regelmässig neue Fälle», erklärt Ethel D'Souza, Verantwortliche der indischen Selbsthilfeorganisation LSS (Lok Seva Sangam). LSS betreibt mit Unterstützung von FAIRMED im Bainganwadi-Slum in Mumbai zwei mobile Kliniken, sogenannte «Slumbulanzen». Mehr als 55‘000 Menschen haben in den letzten fünf Monaten die Slumbulanzen aufgesucht und Zugang zu ärztlicher Hilfe erhalten. Eine dieser Slumbulanzen muss nun aber dringend ersetzt werden. Jahrelanger Gebrauch und starker Rost haben dazu geführt, dass sich der Bus nicht länger reparieren lässt.

Schlechte Hygiene fördert Ausbreitung von Krankheiten
Die Hygiene-Bedingungen im Bainganwadi-Slum sind schlecht, was die Verbreitung von vernachlässigten Tropenkrankheiten wie Lepra begünstigt: «Der Slum ist schmutzig, grenzt direkt an die grösste Abfalldeponie der Stadt  und hat zwar seit kurzem Wasser, das jedoch nicht trinkbar ist», so Ethel D'Souza. «Die Menschen im Slum leben zusammengepfercht auf engstem Raum, gemeinsam mit ihren Nutztieren und Katzen, alle zusammen in dunklen Blechhütten.» Die Bewohner leben in grosser Armut und können sich eine Untersuchung in einer staatlichen Einrichtung nicht leisten. Hier setzen die Slumbulanzen von FAIRMED und LSS an: Die mobilen Kliniken sind in den engen Gassen des Slums unterwegs und bieten den Bewohnerinnen und Bewohnern kostenlose Untersuchungen und Behandlungen an.

Stigma und Ausgrenzung
Die Zahl registrierter Lepra-Fälle in Indien nimmt seit Jahren zu. Um die Menschen vor den typischen Verstümmelungen, vor Ausgrenzung und Stigmatisierung zu bewahren, müssen Erkrankte rechtzeitig entdeckt und behandelt werden. Für Menschen, die bereits Behinderungen und Verstümmelungen erlitten haben, bietet LSS ausserdem Physiotherapie an: «Bisher können wir erst an fünf von 15 Standorten Physiotherapie durchführen und so ein eigentliches Lepra-Referenzzentrum bieten – unser Ziel wäre es, eines Tages an all diesen Standorten die vollumfängliche Lepra-Behandlung durchführen zu können», so Ethel D'Souza. Dafür bräuchte LSS aber dringend eine neue Slumbulanz.


Mit Ihrer Unterstützung kann das Projekt fortgeführt und vielleicht sogar ausgeweitet werden. Werfen Sie einen Blick auf unsere Crowdfunding-Kampagne und tragen Sie dazu bei, dass FAIRMED eine neue Slumbulanz kaufen kann.