«Natürlich werde ich wieder gesund!»

Das Bein der 10-jährigen Balkissa wäre beinahe von der vernachlässigten Tropenkrankheit Buruli zerstört worden: FAIRMED hat mehrere Operationen im Spital Bankim finanziert und ermöglicht Balkissa jetzt tägliche Physiotherapiesitzungen. Bald will sie wieder ohne Krücke gehen und endlich in die Schule zurückkehren können. Ihre Familie hätte die Spitalkosten nicht bezahlen können.

Fidel, Balkissa und ihre Schwester

Im Spital im kamerunischen Bankim treffen wir Fidel, der bereits seit 17 Jahren für FAIRMED als Gesundheitsmitarbeiter mit Spezialgebiet Vernachlässigte Tropenkrankheiten arbeitet. Der 47-Jährige hat an diesem Tag bereits fünf Buruli-Patienten behandelt. Im Moment behandelt er Balkissa. «Ich war hier, als Balkissa als damals Achtjährige vor zwei Jahren mit einem verfaulten Bein und einer eitrigen Wunde ins Krankenhaus kam. Ihr Geschwür verlief vom Knöchel bis zur Oberseite des Knies.» Zuvor sei sie monatelang von einem traditionellen Heiler behandelt worden.

«Es ist sehr selten, dass wir solche schweren Buruli-Geschwüre, welche die Gefahr einer Behinderung mit sich bringen, hier in Bankim noch sehen», sagt Fidel. «Früher war Bankim der zweitgrösste Buruli-Herd in Kamerun, wo jährlich fast hundert schwere Fälle entdeckt wurden. Seit FAIRMED hier die Bevölkerung für Buruli sensibilisiert und die Menschen eine schnelle und gute Behandlung erhalten, konnten wir die Anzahl Fälle auf unter 20 pro Jahr senken, ausserdem sind die meisten von ihnen leicht, da sie früh entdeckt werden.» So schwere Buruli-Verläufe wie bei Balkissa seien die Ausnahme.

Balkissa ist eine Kämpferin

Als Balkissa vor zwei Jahren im Spital Bankim eintraf, musste ihre Wunde jeden Tag mit chirurgischer Präzision gereinigt werden. Ein halbes Jahr musste Balkissa damals im Spital bleiben, mehrere Hauttransplantationen über sich ergehen lassen und Antibiotika einnehmen. «Eigentlich sah alles gut aus und Balkissa hatte sich erholt, als wir sie vor eineinhalb Jahren aus dem Spital entliessen», erklärt Fidel. Vor ein paar Wochen habe sich die Wunde jedoch wieder geöffnet, weil ihr genesendes Bein zu stark belastet wurde. «Sie ist mit ihrer Mutter mehrere Kilometer zum Feld gelaufen. Sie kam mit neuen Verletzungen zurück», sagt Fidel kopfschüttelnd.

Der Weg vom Haus von Balkissas Familie auf das Feld dauert zwei Stunden, das war zu viel für das Bein des Mädchens. Droht eine gefährliche Sepsis? Fidel runzelt die Stirn und seine Miene verdüstert sich: «Die Armut dieser Menschen ist so unermesslich gross, dass sie ihren Kindern nicht genügend Schonung geben können, damit sie gesund bleiben können.» Trotz dieses Rückschlags blickt Balkissa optimistisch in die Zukunft: «Natürlich werde ich wieder gesund! Ich will wieder in die Schule gehen und dann will ich denselben Beruf wie Fidel lernen und auch solche Verbände machen und den Menschen helfen, gesund zu werden.»