|

Rückblick 2017

Das vergangene Jahr war ein bewegtes Jahr für die globale Gesundheit. International wie national haben sich Organisationen zusammengeschlossen, Menschen haben sich für einander eingesetzt und Leben wurden verändert. Auch FAIRMED ist Teil dieser Bewegung.


Vereint gegen NTDs: Gründung der Swiss Alliance against NTDs
Zwölf Schweizer Organisationen, darunter FAIRMED, vereinen ihre Kräfte im Kampf gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten (engl. «Neglected Tropical Diseases», NTDs). Der Zusammenschluss zwischen Schweizer Vertreter und Vertreterinnen aus Forschung, Zivilgesellschaft und Pharmaindustrie hat viel Potenzial. Eine solche Allianz ermöglicht es, Synergien besser zu nutzen und Wissen zu verbinden, um mit gebündelten Kräften gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten wie Lepra und Buruli vorzugehen. Im Frühjahr gibt die Swiss Alliance against NTDs (SANDT) den Zusammenschluss im Rahmen des NTD-Gipfeltreffens offiziell bekannt.

Foto: FAIRMED


Indien startet neue Sensibilisierungs-Kampagne gegen Lepra
In Indien leben 60 Prozent aller Lepra-Betroffenen weltweit. Die indische Regierung setzt sich seit Jahren für die Ausrottung von Lepra ein, trotzdem werden jährlich mehr als 127 000 neue Lepra-Fälle diagnostiziert. Deshalb wird am 2. Februar die landesweite Sensibilisierungs-Kampagne des staatlichen Anti-Lepra-Programms NLEP lanciert. Durch verschiedene Aktionen und stärkeres Einbinden der Bevölkerung sollen Diagnosen und Behandlungen frühzeitiger erfolgen und schliesslich auch die Weiterverbreitung der Krankheit unterbrechen.

Foto: FAIRMED


Themenschwerpunkt: Buruli
Im Rahmen eines WHO-Meetings treffen sich im März Vertreter und Vertreterinnen aus Forschungsinstitutionen, Nicht-Regierungs-Organisationen sowie Gesundheitsministerien in Genf. Buruli gehört mit anderen Hauterkrankungen wie Lepra oder Frambösie zur Gruppe der vernachlässigten Tropenkrankheiten (NTDs, Neclected Tropical Diseases). Die über 150 Teilnehmenden aus 23 Ländern tauschen sich drei Tage lang intensiv über Kontrolle, Forschung und die Fortschritte im Kampf gegen die sogenannten «skin NTDs» aus und überarbeiten die dazugehörige Strategie.

Foto: myt.uk.com


Vernachlässigte Tropenkrankheiten im Rampenlicht
Gemeinsam gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten. Diesem Motto folgend gründeten vor fünf Jahren Vertreterinnen und Vertreter von zivilgesellschaftlichen Organisationen, Regierungen, Wissenschaft, Industrie und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) die London Declaration. Um deren fünfjähriges Jubiläum zu zelebrieren und die weitere Bekämpfung von vernachlässigten Tropenkrankheiten zu verhandeln, treffen sich die Experten im April in Genf. Die Anwesenheit von Bill Gates und der Generaldirektorin der WHO, Margaret Chan resultiert in einem grossen Medienecho, so dass die NTDs verstärkt im Bewusstsein der Öffentlichkeit verankert werden. Dies ist eine wichtige Voraussetzung, um einen gemeinsamen Beitrag zur nachhaltigen und erfolgreichen Bekämpfung der vernachlässigten Tropenkrankheiten leisten zu können.

Foto: FAIRMED


Das Leben nach dem Erdbeben
Die Menschen im erdbebenversehrten Sindhupalchowk Distrikt in Nepal haben nicht nur viele Tote zu beklagen, sondern auch praktisch alle ihre Häuser verloren. Fast zwei Jahre nach den schweren Erdbeben ist die erste Nothilfephase des Projekts vollbracht. Die Betroffenen leben aber noch immer in provisorischen Unterständen, haben kaum Toiletten und einen erschwerten Zugang zu Wasser. Um ins nächste Dorf oder im Notfall ins Spital zu gelangen, gehen sie Stunden und Tage zu Fuss.

Foto: FAIRMED


Gesundheit für Flüchtlinge im urbanen Kamerun
Seit dem Beginn der andauernden kriegerischen Auseinandersetzungen in der Zentralafrikanischen Republik sind schon über eine Viertelmillion Menschen ins Nachbarland Kamerun geflüchtet. Die massive Einwanderung überfordert das Gesundheitssystem in kamerunischen Grossstädten. Deshalb baut FAIRMED in Zusammenarbeit mit dem Hochkommissariat für Flüchtlinge der Vereinten Nationen (UNHCR) ab dem Juli ihr Angebot an Gesundheitsdienstleistungen in den Städten Douala und Yaoundé aus.

Foto: FAIRMED


Neue Namen unter den NTDs
Neue Namen unter den vernachlässigten Tropenkrankheiten. Nebst den Schlangenbissen nimmt die Weltgesundheitsorganisation WHO nun auch Krätze und Myzetom (eine chronische Weichteilinfektion) offiziell ins Portfolio der vernachlässigten Tropenkrankheiten auf. Da Diagnostika, Impfstoffe, Medikamente sowie gerechter Zugang zu Behandlungsmöglichkeiten für vernachlässigte Tropenkrankheiten fehlen, bilden die nun gesamthaft 20 zählenden vernachlässigten Tropenkrankheiten eine der grössten Herausforderungen der globalen Gesundheit.

Foto: FAIRMED


Gemeinsames Treffen aller FAIRMED-Landesverantwortlichen
Anfang August kommen die FAIRMED-Länderverantwortlichen aus Kamerun, Zentralafrikanischer Republik, Indien, Nepal und Sri Lanka die Schweiz zu Besuch. Fünf Tage lang diskutieren sie über zukünftige Ziele und Herausforderungen, tauschen wertvolles Wissen und Erfahrungen aus und wägen strategische Handlungsmöglichkeiten ab. Ein Treffen dieser Art ist ein seltener Anblick, das hoffentlich Wiederholung findet.

Foto: FAIRMED


Ignazio Cassis wird Bundesrat
Ignazio Cassis wird zum Bundesrat gewählt. Was viele nicht wissen: Er ist seit drei Jahren auch in der Entwicklungszusammenarbeit aktiv. 2014 begleitete Ignazio Cassis FAIRMED in den Dschungel Kameruns. Dort erfährt er direkt, was Hilfe vor Ort bedeutet und wie wichtig es ist, den Ärmsten dieser Welt ein eigenständiges Leben zu ermöglichen. Nach drei Jahren als FAIRMED-Stiftungsratsmitglied tritt Ignazio Cassis zurück, um für sein neues Amt als Bundesrat anzutreten.

Foto: FAIRMED


Nepal implementiert Vorsorgesystem
Im Hinblick auf Ziel drei («Gesundheit für alle») des Katalogs zu den Sustainable Development Goals stehen vor allem Entwicklungsländer vor tiefgreifenden Reformen. Im Oktober verabschiedet das nepalesische Parlament ein neues Krankenversicherungsgesetz und wagt damit als eines der ersten Entwicklungsländer den  Schritt in eine gerechtere Gesundheitspolitik.

Foto: FAIRMED


FAIRMED-Projekt wird an Regierung Kameruns übergeben
Nach rund sechs Jahren wird im November das FAIRMED-Projekt zur Integration von Menschen mit Behinderungen offiziell an das Ministerium für Soziales in Kamerun übergeben. Mit der Übergabe wird der erste Meilenstein für eine landesweite Inklusion von Menschen mit Behinderungen gelegt.


Medizinischer Durchbruch: Lepra-Impfstoff
Die langwierige Behandlungsmethode gegen Lepra, die sogenannte Multidrug-Therapie, könnte zukünftig von einem vielversprechenden Impfstoff abgelöst werden. Das amerikanische Forschungsinstitut für Infektionskrankheiten IDRI ist dabei herauszufinden, ob der Impfstoff eine realistische Behandlungsoption für Leprabetroffene sein könnte. FAIRMED gibt im Dezember bekannt, dass sie die Studie mit einem finanziellen Beitrag unterstützt.