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Sechzig Jahre Brückenbauen in Nepal

Das Jahr 1959 markiert das Geburtsjahr von FAIRMED und der Schweizerischen Entwicklungspartnerschaft mit Nepal. Um diesen Doppelgeburtstag gebührend zu feiern, lud FAIRMED unter dem Titel «Ein Blick nach Nepal» zu einer Infoveranstaltung nach Zürich. Dort gab DEZA-Vizedirektor und Botschafter Thomas Gass einen Einblick in die spezielle Verbindung zwischen der Schweiz und Nepal.

«Der Föderalismus stellt für die Entwicklung in Nepal eine historische Chance dar», blickt Thomas Gass optimistisch in die Zukunft. ©Karin Scheidegger.

«Während meiner Zeit in Kathmandu konnte ich viele Brücken bauen und zementieren. Brücken der Freundschaft und der tiefen Verbundenheit zwischen den beiden Ländern», schwärmte Thomas Gass über seine Aufgabe als Botschafter in Nepal. Doch nicht nur Brücken der Freundschaft wurden gebaut. «Die Schweiz hat in den letzten 60 Jahren dazu beigetragen, über 8000 tatsächliche Brücken zu bauen», so der Vizedirektor der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) mit einem Schmunzeln. Dank dieser Brücken hat sich die tägliche Reisezeit für die Bevölkerung in abgelegenen ländlichen Gebieten um mehrere Stunden verkürzt. Entsprechend steht den Menschen heute mehr Zeit für Arbeit, Bildung und Freizeit zur Verfügung. Befahrbare Brücken haben überdies massgeblich zur Schaffung von Arbeitsplätzen und zur Verringerung von Produktionskosten beigetragen

Die Entwicklungspartnerschaft der beiden Länder umfasste in den letzten sechs Jahrzehnten aber noch viel mehr: «Die Zusammenarbeit begann mit der Käseherstellung und der tibetischen Teppichproduktion», erklärte Gass. Ein starker Fokus lag in den Jahren danach auf der Übertragung von technischem Wissen sowie auf dem Bau von Infrastruktur.

Von der Monarchie zum Föderalismus: Politik angepasst an Realität vor Ort

Heute unterstützt die Schweiz unter anderem auch die demokratische Entwicklung des Staates, der seit 2015 durch eine neue Verfassung föderal organisiert ist. Dadurch wurden 753 Lokalregierungen und 7 Provinzen neu gebildet, tausende Nepalesen und Nepalesinnen wurden neu in öffentliche Ämter berufen. «Der Föderalismus stellt für die Entwicklung in Nepal eine historische Chance dar», blickt Thomas Gass optimistisch in die Zukunft.

Die Beratung und Schulung von Gemeindepolitikern und von den Leiterinnen und Leitern der Gesundheitseinrichtungen ist auch ein wichtiger Pfeiler der Arbeit von FAIRMED in Nepal. Denn durch die dezentrale Struktur sind neu lokale Politiker für die Erbringung der medizinischen Grundversorgung in ihrer Gemeinde verantwortlich. Den Lokalpolitikern fehlt aber in vielen Fällen noch das notwendige Wissen, um diese anspruchsvolle Aufgabe meistern zu können.