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Studie schürt Hoffnung auf kürzere Behandlungszeit für Chagas Patienten

Möglicher Durchbruch im Kampf gegen Chagas: Eine kürzlich veröffentliche Studie zeigt, dass die vernachlässigte Tropenkrankheit in Zukunft womöglich mit weniger Nebenwirkungen und mit einer kürzeren Behandlungszeit bekämpft werden kann.

Chagas wird von Wanzen übertragen. Foto: WHO

Rund sechs Millionen Menschen sind weltweit von Chagas betroffen. Die Krankheit wird durch den Biss einer Wanze übertragen und kann Herz, Gehirn und Innereien langfristig schädigen.
Schätzungen gehen von 30 000 neuen Fällen und 14 000 Todesopfern pro Jahr aus.

Die von der Weltgesundheitsorganisation WHO empfohlene Behandlung dauert acht Wochen und führt bei Patienten zu starken Nebenwirkungen. «Beides resultiert darin, dass viele Patienten die Behandlung abbrechen oder gar nicht erst anfangen», sagt Dr. Marc Bonenberger, Epidemiologe und Programmverantwortlicher bei FAIRMED.

Sinkende Kosten
Eine von der Genfer Wissenschaftsorganisation Drugs for Neglected Diseases Initiative (DNDi) geleitete Studie schürt nun aber Hoffnung für Betroffene. Denn die Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine kürzere Behandlungszeit genauso effektiv und mit weniger Nebenwirkungen verbunden sein kann. «Dies wäre für die Patienten und für die nationalen Programme zur Bekämpfung von Chagas eine gute Entwicklung, denn die Kosten der Behandlung würden auch wegen der kürzeren Behandlungszeit sinken», so Bonenberger.

Zu beachten sei jedoch, dass lediglich 210 Patienten an der Studie teilnahmen. «Meiner Meinung nach ist es unsicher, dass die WHO aufgrund dieser Ergebnisse die vorgeschlagene Änderung empfiehlt. Eventuell ist zuvor noch eine weitere Studie mit einer höheren Anzahl Patienten in einem Realkontext im Feld nötig», erklärt er. «Zudem wäre auch nach einer Empfehlung der WHO noch viel Aufklärungsarbeit erforderlich, damit sich auch jene Betroffene behandeln lassen, die dies bisher aufgrund der Nebenwirkungen abgelehnt haben oder die Behandlung deswegen abgebrochen hatten», schätzt Marc Bonenberger.