Früherkennung von Lepra und Prävention von Behinderungen

Maharashtra, Indien

Mit dem Projekt «Früherkennung von Lepra und Prävention von Behinderungen» stärkt FAIRMED das lokale Gesundheitssystem im indischen Bundesstaat Maharashtra. Ziel des Projekts ist die Verbesserung der Lebens-qualität sowie die Reduktion der Diskriminierung von leprabetroffenen Menschen in den ländlichen Gebieten von Dhule und Jalgaon. Zentral dafür ist die Früherkennung von Lepra, um bleibende Behinderungen zu verhindern.

Hintergrund

Jährlich werden weltweit über 200 000 Menschen neu mit Lepra diagnostiziert, mehr als 60 Prozent der Fälle treten in Indien auf. Rund 14 Prozent aller Lepra-Fälle in Indien stammen allein aus dem Bundesstaat Maharashtra, am stärksten betroffen sind die Distrikte Dhule und Jalgaon.
Hier setzt sich FAIRMED dafür ein, dass Betroffene ein möglichst gesundes Leben führen können. Denn wer an Lepra erkrankt, leidet doppelt: Unbehandelt kann die Krankheit zu bleibenden Behinderungen führen. Menschen mit sichtbaren Anzeichen der Krankheit werden zudem häufig aus der Gesellschaft verstossen und diskriminiert. Um dies zu vermeiden, müssen die Betroffenen rechtzeitig behandelt werden.

Das Projekt

In Zusammenarbeit mit der indischen Organisation ALERT-INDIA engagiert sich FAIRMED gegen die weitere Verbreitung von Lepra in den beiden Distrikten Dhule und Jalgaon. Im Zentrum des Projekts liegt die Früherkennung von Lepra, um irreversible Behinderungen zu verhindern. Mithilfe von freiwilligen Gesundheitshelferinnen (Accredited Social Health Activists oder kurz ASHAs) sowie Freiwilligen, die selbst an Lepra erkrankt waren, werden leprakranke Menschen aufgesucht und darauf sensibilisiert, sich selbstständig in Behandlung zu begeben. Gleichzeitig werden die Vorurteile und Ängste der allgemeinen Bevölkerung hinsichtlich Lepra abgebaut, sodass leprabetroffene Menschen in der Gemeinschaft möglichst keine Diskriminierung erfahren. Des Weiteren werden die Kompetenzen des Gesundheitspersonals durch Weiterbildungen verbessert. Schliesslich werden Menschen mit einer Behinderung dabei unterstützt, eine staatlich anerkannte Behindertenkarte zu beantragen, welche ihnen den Zugang zu Sozialleistungen ermöglicht.

Ziele und Aktivitäten

Ziel des Projekts ist die Verbesserung der Lebensqualität sowie die Reduktion der Diskriminierung von leprabetroffenen Menschen in den ländlichen Gebieten von Dhule und Jalgaon. Um dieses Gesamtziel zu erreichen, verfolgt das Projekt die folgenden spezifischen Ziele, die unter anderem durch die unten aufgeführten Aktivitäten angestrebt werden:

Förderung von Früherkennungsprogrammen zur Reduktion von leprabedingten Behinderungen

• Organisation von Schulungen für Gesundheitsmitarbeitende in der Früherkennung von Lepra.
• Organisation von aktiven Fallfindungen durch Tür-zu-Tür-Untersuchungen.
• Durchführung intensiver Sensibilisierungs-Aktivitäten, damit Lepra-Betroffene sich selbst in Behandlung geben.

Behandlung von Lepra und Prävention von lepra-bedingten Behinderungen

• Organisation von Schulungen für das Gesundheitspersonal der Gesundheitszentren zur Verbesserung ihrer Kompetenzen im Bereich der Diagnose und Behandlung von Lepra.
• Veranstalten von Workshops für das Gesundheitspersonal der Basisgesundheitszentren zu Prävention von Behinderungen.
• FAIRMED stellt sicher, dass die bestehenden Lepra-Referenzzentren innerhalb der Sub-Distrikt-Spitäler mit medizinischer Ausrüstung und Medikamenten ausgestattet sind.

Abbau von Diskriminierung gegen leprabetroffene Menschen und Stärkung ihrer Rechte

• Stärkung von Organisationen von Leprabetroffenen durch Aufbau von Wissen hinsichtlich ihrer Rechte und wie sie diese Rechte einfordern können.
• Mobilisierung von leprabetroffenen Menschen, die sich als Repräsentanten und Repräsentantinnen in Behinder-tenorganisationen politisch engagieren.

Nachhaltigkeit und Monitoring

Alle FAIRMED-Projekte werden in Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden und unter Einbezug der Bevölkerung vor Ort durchgeführt. In den regionalen FAIRMED-Länderbüros arbeiten ausschliesslich lokale Mitarbeitende. Auf diese Weise – und dank konsequentem Monitoring – können Probleme während der Projektlaufzeit rechtzeitig erkannt, auf ihre Ursachen analysiert und Methoden und Ziele gegebenenfalls angepasst werden. Durch die direkte Einbindung von Gesundheitsministieren und Partnerorganisationen wird zudem sichergestellt, dass Projekte zu einem späteren Zeitpunkt übergeben und ohne FAIRMED-Unterstützung weitergeführt werden können.

Begünstigte und Budget

Direkt vom Projekt begünstigt sind rund 10 000 Menschen, die von Lepra oder von leprabedingten Behinderungen betroffen sind. Indirekt von der besseren Ausstattung der Gesundheitszentren und der Ausbildung von professionellen Gesundheitsmitarbeitenden begünstigt sind ebenfalls die Familien der Betroffenen sowie die allgemeine Bevölkerung (rund 300 000 Menschen). Für die Projektperiode von 2017 bis 2019 beträgt das Gesamtbudget 319 565 Franken.