|

Vernachlässigte Tropenkrankheiten: Über eine Milliarde Betroffene behandelt

Mit der Londoner Deklaration über vernachlässigte Tropenkrankheiten (NTDs) hat es sich die internationale Gemeinschaft zum Ziel gesetzt, zehn NTDs bis 2020 zu kontrollieren, zu eliminieren oder auszurotten. Unterzeichnet wurde die Deklaration vor sieben Jahren von Pharmakonzernen, Staaten und NGOs. Höchste Zeit also für ein Zwischenfazit.

Prozentzahl der Menschen, die eine Behandlung für NTDs benötigen und auch eine erhalten haben, ist auf 65% angewachsen.

Die guten Nachrichten zuerst: Die Zahl der Menschen, die eine Behandlung für mindestens eine dieser zehn NTDs erhalten haben, ist von 730 Millionen im Jahr 2011 auf 1,03 Milliarden im Jahr 2017 gestiegen. Der Prozentsatz der Menschen, die eine Behandlung für NTDs benötigen und auch eine erhalten haben, ist dadurch im gleichen Zeitraum von 37% auf 65% angewachsen.

Weiter wurden bei der Eliminierung der Krankheiten Fortschritte erzielt. So wurde bis 2011 die Eliminierung mindestens einer NTD in lediglich 13 Ländern bestätigt. Seit der Unterzeichnung der Deklaration sind 28 weitere Länder hinzugekommen. Dies berichtet das Netzwerk Uniting to Combat NTDs, das massgeblich dazu beiträgt, Medikamente gegen NTDs in allen Regionen der Welt verfügbar zu machen.

Fortschritte nicht bei allen Krankheiten gleich
Während diese Zahlen äusserst positiv stimmen, steckt der Kampf gegen einige andere NTDs aber noch in den Kinderschuhen. Denn bei den zehn in der Deklaration aufgeführten Krankheiten handelt es sich ausschliesslich um NTDs, für die es bereits im Feld einfach einsetzbare Diagnoseverfahren und Medikamente gibt, wie beispielsweise Lepra oder verschiedene Wurmerkrankungen.

«Für Krankheiten, deren Diagnoseverfahren und Medikamente teuer, kompliziert oder schlicht nicht vorhanden sind, gibt es aber nach wie vor eine grosse Versorgungslücke», sagt David Maurer, Generalsekretär der Schweizer Allianz gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten (SANTD), zu der auch FAIRMED gehört. «Die Mitglieder von SANTD versuchen hier mit Forschung, Entwicklung, Projektarbeit und Wissensvermittlung anzusetzen», so Maurer.