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«Viele Kinder sind gezwungen, die Schule zu verlassen»

Diskriminierung und Vorurteile stoppen lautet das Thema des diesjährigen Welt-Lepra-Tages. Besonders im Fokus dabei steht der Schutz von Kindern, die laut den Vereinten Nationen in vielen Ländern noch immer aufgrund ihrer Lepra-Erkrankung diskriminiert werden.

Für die Behandlung von Lepra ist eine Früherkennung essentiell

Jedes Jahr erhalten mehr als 200 000 Menschen die Diagnose Lepra. Und wer an Lepra erkrankt, leidet doppelt: «Es wird angenommen, dass die Mehrheit der von Lepra betroffenen Menschen eine Form von Stigmatisierung und Diskriminierung erfährt. Bis zur Hälfte von ihnen werden mit Problemen der psychischen Gesundheit - wie Depressionen oder Angstzuständen - konfrontiert», schreibt die internationale Vereinigung der Anti-Lepraorganisationen ILEP in einer aktuellen Publikation zum Welt-Lepra-Tag.

Die verletzlichste Gruppe dabei sind Kinder. «Die verfügbaren Daten über leprabedingte Beeinträchtigungen bei Kindern sind beschämend hoch, was auf ein Versagen der Gesundheitssysteme bei der Bekämpfung der Lepra und dem Schutz von Kindern vor der Krankheit hindeutet», so die auf Lepra spezialisierte UN- Sonderberichterstatterin Alice Cruz in einer Erklärung anlässlich des Weltl-Lepra-Tages vom 27. Januar.

Ablehnung von den Altersgenossen
«Es gibt mehr als 50 Länder auf der Welt, die diskriminierende Gesetze gegen von Lepra betroffene Personen in Kraft halten», schreibt sie weiter. «Es gibt auch Berichte über eine institutionalisierte Diskriminierung von Kindern in der Verwaltung des Staates, insbesondere im Bildungswesen. Viele Kinder sind gezwungen, die Schule zu verlassen und werden von ihren Altersgenossen und Gemeinschaften abgelehnt.» Doch genau der Schutz der Kinder sei die Pflicht der Staaten, so Cruz. «Es ist beschämend und inakzeptabel, dass wir unsere Kinder so enttäuschen», schreibt sie abschliessend.