Vor den Wahlen: Lage in der Zentralafrikanischen Republik spitzt sich zu

Wenige Tage vor den Präsidentschaftswahlen in der Zentralafrikanischen Republik (RCA) vom nächsten Sonntag haben Rebellen Städte rund um die Hauptstadt Bangui angegriffen. Davon betroffen sind auch Mitarbeitende von FAIRMED.

Fahrzeuge der Minusca in Bangui

Drei unserer Mitarbeitenden sind für Projektaktivitäten in der Stadt Nola im Südwesten des Landes und können nicht nach Bangui zurückreisen, da die Strassen von Rebellen besetzt sind. Die Mission der Vereinten Nationen in der Zentralafrikanischen Republik (MINUSCA) hat uns aber versichert, ihnen zu helfen, falls ihre Sicherheit gefährdet sein sollte.

Unsere Mitarbeitenden in Mbaiki konnten sich unterdessen in Sicherheit bringen und nach Bangui zurückkehren. Am Samstag kam es dort zu Kämpfen, in welchen sich die Armee die Kontrolle über die Stadt sichern konnte. Die Minusca - welche die Sicherheit des Wahlprozesses, der Kandidaten und der Zivilbevölkerung garantieren soll - hatte uns vor Ort unterstützt, indem sie unsere Fahrzeuge auf ihrem Gelände gesichert haben.

Destabilisierung des Wahlprozesses

Erst am Samstag gaben mehrere bewaffnete Gruppen ihren Zusammenschluss zu einer einzigen Bewegung bekannt, die sich «Coalition des patriotes pour le changement» (CPC) nennt und sich gegen die Regierung der Zentralafrikanischen Republik richtet.

Sie hatten sich am Freitag auf Strassen fortbewegt, die für die Versorgung der Hauptstadt essenziell sind. Die Regierung habe deshalb eine Blockade von Bangui befürchtet, wie das Newsportal nau.ch schreibt. Die Rebellengruppen werfen Präsident Faustin Archange Touadéra vor, die Präsidentschafts- und Parlamentswahlen zu manipulieren.

Ehemaliger Staatschef Bozizé unter den Rebellen?

Die Regierung ihrerseits bezichtigt den ehemaligen Staatschef François Bozizé, einen Putsch zu planen. Nach Angaben der Regierung soll Bozizé zuletzt mit Kämpfern der Milizen zusammen gewesen sein, die auf Bangui vormarschiert waren. Bozizé wies diese Anschuldigung zurück.

Bozizé kehrte vor einem Jahr aus dem Exil zurück. Er wollte bei der Wahl in einer Woche eigentlich gegen Touadéra antreten. Das Verfassungsgericht untersagte aber seine Kandidatur. Als Grund führten die Richter UN-Sanktionen an, die gegen den ehemaligen Staatschef verhängt worden waren, weil er Milizen unterstützt haben soll. Bozizé versicherte, er akzeptiere das Urteil