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Weil jede Minute zählt

Tritt ein medizinischer Notfall ein, gilt es schnell zu reagieren. Doch nicht überall auf der Welt steht innerhalb kurzer Zeit ein Krankenwagen bereit. So zum Beispiel in den abgelegenen Dörfern der Gemeinde Moboma in der Zentralafrikanischen Republik. Hier hat FAIRMED deshalb ein Transport– und Behandlungssystem für Notfälle eingerichtet, das seit wenigen Monaten als Pilotversuch läuft.

Viele Dörfer in Moboma sind stark isoliert. Foto: Peter Käser

«In den isolierten Dörfern Mobomas ist die Versorgung von Notfallpatienten wegen den kaum befahrbare Strassen und den fehlenden Kommunikationsmöglichkeiten enorm schwierig», schildert der FAIRMED-Landesverantwortliche Emmanuel Mbouem Mbeck die Situation vor Ort. «Deshalb haben wir hier einen Pilotversuch gestartet, um Patientinnen und Patienten in Notsituationen transportieren und betreuen zu können.»

Konkret werden den Dörfern Fahrräder zur Verfügung gestellt, damit jemand aus dem Dorf bei einem Notfall die nächste Gesundheitseinrichtung aufsuchen und informieren kann. Dort stehen Motorräder bereit, mit denen die Patientin oder der Patient abgeholt und in ein Gesundheitszentrum transportiert wird. Für besonders schwierige Fälle wird ein Weitertransport in ein Distrikt-Spital organisiert. Da viele der Strassen in Moboma in katastrophalem Zustand sind, eignen sich Motorräder für den Notfalltransport am besten.

«Eine klare Antwort auf die Probleme der Bevölkerung»
Gestartet wurde der Pilotversuch Ende des letzten Jahres. Bis dahin war jedoch viel Vorarbeit notwendig: «Eines unserer Ziele war es, alle betroffenen Akteure in den Aufbau des Notfall-Transport- und Behandlungs-Systems miteinzubeziehen und für das Projekt zu sensibilisieren. Dazu gehören neben der Bevölkerung auch die lokalen Behörden und das Gesundheitspersonal», erklärt Emmanuel Mbouem Mbeck. Durch diese breite Unterstützung von allen Beteiligten wurden die perfekten Voraussetzungen geschaffen, um das Projekt erfolgreich fortzuführen.