Vor den Wahlen: Lage in der Zentralafrikanischen Republik spitzt sich zu

Die «Coalition des patriotes pour le changement» (CPC) hat eine Reihe von koordinierten Angriffen auf mehrere Orte in der Zentralafrikanischen Republik (RCA) verübt, insbesondere im Westen des Landes. Die Mitarbeitenden von FAIRMED sind im Moment in Sicherheit.

Fahrzeuge der Minusca in Bangui

Drei von ihnen wurden mittlerweile aus der im Südwesten gelegenen Stadt Nola von der Mission der Vereinten Nationen (MINUSCA) eskortiert und in die Stadt Berbérati gebracht. Wir arbeiten nun daran, dass sie mit einem humanitären Evakuationsflug aus Berbérati nach Bangui mitfliegen können.

Unsere anderen Mitarbeitenden befinden sich in der Hauptstadt Bangui, die laut dem Leiter der Minusca, Mankeur Ndiaye, im Moment sicher ist. Gemäss Ndiaye hat die Minusca ihre Sicherheitsmassnahmen zur Unterstützung der zentralafrikanischen Streitkräfte (FACA) und der Internen Sicherheitskräfte (ISF) verstärkt und die Kräfte der Friedensoperation im ganzen Land, insbesondere im Westen und um die Hauptstadt Bangui, «in höchste Alarmbereitschaft» versetzt.

Unübersichtliche Lage

«Diese robuste Haltung der Truppe hat es der Faca ermöglicht, jeden Vormarsch in Richtung Bangui oder die Kontrolle über strategische Städte zu stoppen», sagte der Leiter der Minusca weiter und fügte hinzu, dass neue militärische Aussenposten in sensiblen Gebieten sowie Patrouillen auf den Hauptkommunikationswegen eingerichtet wurden.

Zweifel an dieser Darstellung lässt ein Bericht des Onlinejournals «Corbeau News Centrafrique» aufkommen: Darin heisst es, dass Anwohner in der Stadt Bangui Rebellen gesichtet hätten. Ausserdem berichten sie von Faca-Soldaten, die aus der Stadt flüchten. Dies habe Chaos in der Bevölkerung ausgelöst - insbesondere in den Aussenquartieren PK 11, 12 und 13. In der Hauptstadt selbst seien zwar vorerst keine Schüsse zu hören, aber in den nördlichen Stadtteilen sei eine Panik unter der Bevölkerung registriert worden.

Wahlen sollen stattfinden

Doch was bedeutet dies für die am 27. Dezember angesetzten Präsidentschaftswahlen? Mankeur Ndiaye versicherte am Dienstag, dass die Wahlen stattfinden werden. «Wir glauben, dass alle Bedingungen für die Durchführung der Wahlen gegeben sind», sagte er während einer Pressekonferenz. Er räumte zwar ein, dass es einige unsichere Gebiete gibt, glaubt aber, dass die Situation im ganzen Land unter Kontrolle ist. Falls die Wahlen verschoben werden würde man riskieren «in eine Periode unkontrollierbarer Instabilität einzutreten», warnte Ndiaye vor der Gefahr eines «Machtvakuums».