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Welt-Lepra-Tag: #ZeroDisabilities

Jedes Jahr am letzten Sonntag im Januar wird die Aufmerksamkeit auf eine Krankheit gelenkt, die in unserer Gesellschaft längst als ausgerottet gilt: Lepra. Doch für viele auf der Welt ist sie weiterhin harte Realität. Im Fokus des diesjährigen Welt-Lepra-Tags stehen Kinder, die an von Lepra verursachten Behinderungen leiden.

Bis zu 11 % der Kinder betroffen von Lepra leiden an Behinderungen.


Lepra ist eine uralte Krankheit, die bereits im Alten Testament der Bibel erwähnt wird. Die Infektionskrankheit gehört zu den vernachlässigten Tropenkrankheiten und tritt vor allem in den ärmsten Gebieten der Welt auf – und ist heilbar. Dennoch werden jährlich weltweit über 200 000 Menschen neu mit Lepra diagnostiziert.

Jeder zehnte Patient ist ein Kind
Ungefähr jeder zehnte Leprapatient ist ein Kind. Gemäss der Leprastatistik 2016 der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurde bei insgesamt 18 230 Kindern neu Lepra diagnostiziert. Einige davon litten zu diesem Zeitpunkt bereits an sichtbaren Behinderungen. Das Durchschnittsalter, in dem sich Kinder anstecken, liegt zwischen zehn und vierzehn Jahren. Meistens stecken sich Kinder im eigenen Haushalt an, jedoch kann eine Ansteckung auch ausserhalb der Familie erfolgen, wenn sie langen und engen Kontakt mit einer erkrankten Person hatten. «Die Übertragung von Lepra an Kinder ist ein wichtiger Indikator dafür, dass Lepra in einer Gemeinschaft noch aktiv übertragen wird. Die Tatsache, dass sich Kinder noch immer mit Lepra anstecken, beweist, dass die Programme weiter verbessert und effektiver gestaltet werden müssen, um die Verbreitung von Lepra einzudämmen oder gar zu eliminieren», sagt FAIRMED-Programmverantwortlicher und Epidemiologe Dr. Marc Bonenberger.

Vor Behinderung bewahren
Wenn Lepra nicht rechtzeitig diagnostiziert und behandelt wird, kommt es zu Nervenschäden, wodurch schwere Behinderungen entstehen. Betroffene leiden dann unter anderem an bleibender Taubheit in den Gliedmassen, Sehbeeinträchtigungen und Verformungen und Verstümmelungen an Händen und Füssen (z.B. Krallenhand und Fallfuss). Derzeit wird für die Behandlung von Lepra eine aus verschiedenen Antibiotika zusammengesetzte Kombinationstherapie («Multidrugtherapy») verwendet. Diese ist zwar ungefährlich für Kinder, jedoch dauert sie relativ lange und ist mit vielen Nebenwirkungen verbunden. Je nach Fortschritt der Krankheit wird auch Physiotherapie eingesetzt, um Komplikationen, Deformierungen und Behinderung vorzubeugen. Die bisherigen Bemühungen werden durch die 2016 von der WHO entwickelte Strategie ergänzt: Diese hat zum Ziel, bis 2020 leprakranke Kinder frühzeitig zu diagnostizieren, um Behinderungen zu verhindern.

Seit 59 Jahren gegen Lepra
FAIRMED, ehemals Leprahilfe Emmaus Schweiz, engagiert sich seit 59 Jahren für die Bekämpfung von Lepra in Ländern Asiens und Afrikas. Dabei unterstützt FAIRMED diverse Lepra-Programme zur Eindämmung der Krankheit, zur Früherkennung und Frühbehandlung, zur Verbesserung der Behandlung sowie Rehabilitationsprogramme für Menschen mit von Lepra verursachten Behinderungen. Zudem beteiligt sich FAIRMED auch an Forschungsprogrammen wie der Studie zum Lepra-Impfstoff, die seit Mitte Oktober 2017 in den USA läuft.

Testen Sie ihr Wissen zu Lepra im Quiz zum Welt-Lepra-Tag 2018!


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