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Wenn der Weg zum Arzt zu weit ist

Haben Sie kürzlich in Bern, St. Gallen, Genf oder Lugano eines dieser Schilder gesehen? Wir stecken hinter der Rätselkampagne in vier Bahnhöfen. Hinter den sonderbaren Distanzen in schwarz-gelber Wanderwegoptik stehen wahre Geschichten von Menschen in Asien und Afrika, die weit weg von einer guten Gesundheitsversorgung leben.


Wanderwegweiser mit Distanzen wie «72 Stunden zu Fuss bis zum nächsten Gesundheitsposten» haben gestern und letzten Sonntag die Pendlerinnen und Pendler in den Bahnhöfen Bern, Sankt Gallen, Genf und Lugano vor ein Rätsel gestellt. Schwarz auf gelb standen die Schilder in den Bahnhöfen und sahen aus wie echte Schweizer Wanderwegschilder.

Die Distanzen darauf jedoch warfen Fragen auf. Pendlerin Anne im Bahnhof Genf sagte: «Ich bin eine passionierte Wanderin, deshalb steuerte ich sofort auf die Schilder zu, um zu sehen, was für Wanderungen es noch zu entdecken gäbe. Die langen Distanzen zu all den Orten, die ich nicht kenne, haben mich verwundert.» Pendler Simon im Bahnhof Bern meinte: «Es muss etwas damit zu tun haben, wie verwöhnt wir hier sind mit einer guten Gesundheitsversorgung – das sieht man an den fünf Minuten, die es bis zum nächsten Notfallzentrum hier dauert im Gegensatz zu den mehreren Stunden an den anderen Orten.»

Hinter der Aktion steckt die Entwicklungsaktion FAIRMED mit Sitz in Bern, erklärt deren Geschäftsleiter René Stäheli: «Schweizerinnen und Schweizer können sich schwer vorstellen, was es heisst, in Asien und Afrika bitter arm zu sein und weit weg von jeglicher Gesundheitsversorgung zu leben.» Mit der Aktion wolle FAIRMED die Situation dieser Menschen direkt erlebbar machen, so René Stäheli weiter. «Hinter jeder Distanz steht die wahre Geschichte von Nutzniessenden aus unseren fünf Projektländern.» Unter ihnen die indigene Aka Julienne Mokongo, die mit ihrer Familie im Dörfchen Londo lebt, 140 Kilometer entfernt vom nächsten Spital in Mbaïki.

Die vollständigen Geschichten hinter den Distanzen können hier gelesen werden. Mehr zu FAIRMEDs Arbeit in der Zentralafrikanischen Republik ist hier verfügbar.