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Die Schwierigkeiten der Lepra-Fallfindung in Sri Lanka

Lepra ist in Sri Lanka mit einem starken Stigma verbunden. Im Kampf gegen die Krankheit greift FAIRMED deswegen auch auf unkonventionelle Methoden zurück. Wie wir dabei vorgehen, hat unser stellvertretender Marketingleiter David Maurer vor Ort erfahren.

Wissensvermittlung an Schulen à la FAIRMED

Fehlendes Wissen über die ersten Anzeichen der Krankheit und Angst vor sozialer Ausgrenzung führen dazu, dass sich die Menschen im Inselstaat nur selten von sich aus auf Lepra untersuchen lassen - eine aktive Fallfindung ist notwendig, um die Ausbreitung der Krankheit zu verhindern.

Doch das Problem hier ist dasselbe: «Klopft man bei den Menschen an die Tür und sagt, dass man sie auf Lepra hin untersuchen will, lassen sie einem wegen des Stigmas der Krankheit nicht rein», erklärt David Maurer. Dies hat er während eines kürzlich durchgeführten Projektbesuchs in Sri Lanka erfahren, als er Gesundheitsmitarbeitende bei einer von FAIRMED koordinierten Tür-zu-Tür-Aktion begleitete.

Aufklärung das A und O
Auf offene Ohren und Türen stosse man hingegen, wenn man allgemeine Hautuntersuchungen durchführe, denn Hautkrankheiten wie Pilzinfektionen seien im ländlichen Sri Lanka weit verbreitet. «Werden dabei Anzeichen für Lepra entdeckt, wird die Person über die Heilbarkeit und die Behandlungsmöglichkeiten der Krankheit aufgeklärt», sagt Maurer weiter. In Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden leitet FAIRMED anschliessend die notwendigen Schritte zur Behandlung ein. «Das ist aber nur möglich, wenn die Leute einem die Tür aufmachen», so Maurer.

Überhaupt seien Aufklärung und Wissensvermittlung in der Bevölkerung das A und O bei der Bekämpfung des Stigmas. FAIRMED stellt dafür unter anderem Aufklärungsmaterial für Gesundheitsmitarbeitende zusammen, produziert Aufklärungscomics für die lokalen Zeitungen und fördert die Wissensvermittlung an Schulen. «Beispielsweise durch humoristische Puppentheater, die vor allem bei den jungen Schülern super ankommen», erklärt Maurer.