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Wo es nichts gibt, ist wenig viel

Die Zentralafrikanische Republik ist eines der ärmsten Länder der Welt. Die seit 2013 anhaltenden politisch-militärischen Krisen haben schwerwiegende Konsequenzen für die Bevölkerung: die Gesundheitssituation der Menschen ist katastrophal, der Zugang zu Gesundheitsversorgung nicht gewährleistet.

Die Aka-Pygmäen leiden unter einer starken Unterdrückung seitens Staat und seitens anderer Bevölkerungsgruppen


«Wegen der Krise ist das medizinische Personal geflohen», erzählt  uns Emmanuel Mbouem Mbeck, der FAIRMED-Landesverantwortliche in der Zentralafrikanischen Republik. Seit zweieinhalb Jahren ist der Wirtschaftswissenschafter für FAIRMED tätig. Zuvor arbeitete er bereits seit 24 Jahren in Kamerun und der Zentralafrikanischen Republik in der Entwicklungszusammenarbeit. Als der Putsch der Séléka-Rebellen im März 2013 eine weitreichende politische Krise ausgelöst hat, wurden die meisten Gesundheitseinrichtungen geplündert und zerstört, viele internationale Organisationen haben das Land verlassen und die Menschen waren sich selbst überlassen. «Um dieser Krise ins Auge zu sehen, hat FAIRMED das humanitäre Projekt gestartet.» FAIRMED hat lokales Gesundheitspersonal rekrutiert und ausgebildet, Gesundheitsposten wiederaufgebaut und mit Medikamenten versorgt. So konnte die medizinische Versorgung in der Lobaye, so gut es ging, aufrechterhalten werden.

Verbesserung in Sicht

Inzwischen hat sich die Gesundheitssituation der allgemeinen Bevölkerung zwar verbessert, die Lage der Aka-Gemeinschaften hat sich jedoch kaum verändert. Insbesondere sind Schwangere, Mütter und Säuglinge von der Marginalisierung seitens der Regierung und der massiven systematischen  Diskriminierung seitens der lokalen Bantu betroffen. «Die Aka-Pygmäen sind vollständig vom öffentlichen Gesundheitssystem ausgeschlossen und sind auf unsere Hilfe angewiesen.» Dies führte dazu, dass die eingeführte Gebührenfreiheit der Gesundheitsdienstleistungen angepasst wurde: «Nur die Schwächsten bekommen Gesundheitsdienstleistungen gratis. Darunter zählen vor allem die Aka-Pygmäen.» Das Engagement von FAIRMED trägt Früchte: «Die Menschen trauen sich immer mehr, die angebotenen Gesundheitsdienstleistungen in Anspruch zu nehmen. Zudem konnten wir vier Praktikumsstellen in den Bereichen Geburtshilfe und Pflege mit Aka-Frauen besetzen.» Emmanuel Mbouem Mbeck stellt stolz fest, dass FAIRMED der wichtigste Partner des staatlichen Gesundheitswesens in der Lobaye ist. «Wenn wir nicht her tätig wären, könnte man kaum von Gesundheitsversorgung sprechen.»