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Zahl der neu entdeckten Leprafälle sinkt

Die jährliche Statistik der Weltgesundheitsorganisation WHO zeigt: 2017 wurden insgesamt 210 671 neue Leprafälle diagnostiziert - ein Rückgang von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ob es sich dabei jedoch um eine positive oder eine negative Entwicklung handelt, darüber lässt sich spekulieren.

150 Staaten nahmen an der Erhebung teil - ein neuer Rekord (Grafik: WHO)

Das Problem: Die sinkende Zahl an Diagnosen weist nicht zwingend auf weniger neue Erkrankungsfälle hin. Denn in der Statistik tauchen nur Personen auf, die sich in einer Gesundheitseinrichtung untersuchen liessen. Da Lepra aber mit einer hohen sozialen Stigmatisierung verbunden ist, dürfte die Zahl von Betroffenen, die keinen Arzt aufsuchen, entsprechend hoch sein.

Aussagekräftiger sind deshalb die Zahlen zu den neu diagnostizierten Personen, die zum Diagnosezeitpunkt bereits an einer sichtbaren Behinderung (Grade 2 Disability G2D) als Folge ihrer Erkrankung litten. Denn diese Zahlen können als Messgrössen für die Wirksamkeit von Früherkennungsprogrammen dienen.

Globale G2D-Rate sinkt
Ziel der WHO ist es deshalb unter anderem, die G2D-Rate in neuen Fällen auf unter einen Fall pro einer Million Einwohner zu senken. Und tatsächlich ging dieser globale Durchschnittswert von 2,5 im Jahr 2015 auf 1,6 im Jahr 2017 zurück. Paul Saunderson, Vorsitzender der technischen Kommission der Vereinigung der Anti-Lepraorganisationen ILEP, schreibt dazu: «Es ist schwierig, dies als Trend zu bezeichnen - fast der gesamte Rückgang erfolgte in Indien und Indonesien - aber wir werden diese Entwicklung mit Interesse beobachten.»

Einen Teil zur Früherkennung von Lepraerkrankungen in Indien leistet auch FAIRMED. Im Bundesstaat Maharashtra fördern wir unter anderem Leprakontrollaktivitäten zur Früherkennung von Krankheitsfällen und zur Reduktion von leprabedingten Behinderungen. Wir setzen dort an, wo die staatlichen Programme nicht in der Lage sind, alle Betroffene ausfindig zu machen oder angemessen zu behandeln.