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Zwischenstand der Agenda 2030

Vor zwei Jahren trat die «Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung» in Kraft. Nun ziehen Schweizer Gesundheitsexperten eine erste Bilanz und diskutieren zukünftige Herausforderungen für die globale Gesundheit. Das neueste Bulletin von Medicus Mundi Schweiz thematisiert die Lücken und Tücken rund um die gesetzten Ziele und dessen Leitsatz «Leave no one behind».

Die indigenen Baka sind als ethnische Minderheit von den meisten Strukturen ausgeschlossen.

In den «Zielen für nachhaltige Entwicklung» (Sustainable Development Goals, SDGs) der Vereinten Nationen ist der Leitsatz «Leave no one behind» (dt. niemanden zurücklassen) fest verankert. Er verkörpert die Idee, dass die Ziele erst erreicht sind, wenn auch jeder Teil einer Gesellschaft an der Entwicklung Teil haben kann. Aber wie sieht es nun in der Praxis aus? Erreichen die bisher ergriffenen Massnahmen wirklich auch all jene Menschen, denen es am schlechtesten geht?

«Wenn die Benachteiligten nicht in der Planung als Priorität gesetzt sind, werden sie völlig abgehängt», ist René Stäheli, Geschäftsleiter von FAIRMED, überzeugt. Am Beispiel der indigenen Baka aus Ostkamerun illustriert René Stäheli in seinem Beitrag wie der Grundsatz «niemanden zurücklassen» in Realität nicht für alle hält, was er verspricht. Auch Bart Vander Plaetse, Programmleiter bei FAIRMED, wirft einen Blick auf die bisherige Umsetzungsweise der Ziele. Für ihn ist «niemanden zurücklassen» mehr als nur eine passende Metapher: Es ist eine Einstellung. Vander Plaetse analysiert deshalb in seinem Text die (Verhaltens-)Lücken, die es für die Erreichung der Ziele der UN-Agenda 2030 noch zu schliessen gibt.

Zum Artikel von René Stäheli:
Manhatten – Yaoundé – Misoumé. Die Tücken des letzten Wegabschnitts (Deutsch)

Zum Artikel von Bart Vander Plaetse:
Leave no one behind: from slogan to real change (Englisch)

Zum Bulletin #144 von Medicus Mundi Schweiz