Julie will aber nicht nur Vorträge halten, sondern auch zu Geschichten einladen. «Wie ist es euch bei euren Geburten ergangen?», will sie von den versammelten Müttern wissen. Clarisse, eine junge Mutter von 22 Jahren, sagt mit zitternder Stimme: «Als ich entbunden habe, war ich allein. Mein Mann war im Wald. Meine Mutter half mir, aber es gab weit und breit keine Krankenschwester oder Hebamme. Ich hatte Angst. Meine Zwillinge sind bei der Geburt gestorben.» Viele Mütter in der Runde nicken. «Wir kennen alle diese Angst», sagt Julie. «Aber wir sind heute nicht mehr allein mit dieser Angst. Lasst uns gemeinsam lernen, wie wir die Gefahren erkennen, wann wir in den Gesundheitsposten gehen sollen und wie wir einander unterstützen können.»
Jetzt beginnt Julies kleiner Bub zu weinen, er hat Hunger und keine Geduld mehr, bis ans Ende der Müttersitzung zu warten. Kurz entschlossen hebt Julie ihn auf und beginnt ihn zu stillen, während sie ihre Präsentation seelenruhig fortsetzt. Zum Schluss verbeugt sie sich sogar ein paarmal mit dem Baby, das sie inzwischen auf den Rücken gebunden hat, um den Müttern ein Beispiel zu geben, wie unkompliziert eine Mutter sein kann. Die versammelten Mütter brechen in Lachen aus und versuchen die Verbeugung mit Baby auf dem Rücken nachzuahmen.
«Mein Wissen über die Gesundheit von Müttern und Kindern weiterzugeben, ist für mich Freude, Ermächtigung und Schwesternschaft in Aktion», sagt Julie. «Die Menschen, die für unsere Arbeit spenden, ermöglichen nicht nur Medikamente und Impfstoffe – sie legen das Fundament für Wissen, Selbstvertrauen und Würde, die unter Müttern geteilt werden. Diese Unterstützung verhindert Tragödien, bevor sie passieren!»
Die Gesundheit von Müttern und Kindern …
… zu verbessern, legt das Fundament von Wissen, Selbstvertrauen und Würde in den Gemeinschaften der Bedzang.
… verbessern Sie, indem Sie sich an einer medizinisch begleiteten Geburt beteiligen. Ihr Beitrag kostet weniger als ein Schwangerschaftstest in der Schweiz.
