Unser Team vor Ort leistet auf Anfrage der Regierung in den kommenden drei Monaten Nothilfe für die von der Krise betroffene Bevölkerung. Sollte sich der Bedarf über diesen Zeitraum hinaus erstrecken, kann die Nothilfe verlängert werden. Der geografische Fokus liegt auf den Distrikten Nuwakot und Rasuwa. Während Nuwakot derzeit zugänglich ist, kann Rasuwa aufgrund der aktuellen Situation noch nicht erreicht werden. Insgesamt sollen rund 500 Haushalte und damit etwa 2'500 Menschen unterstützt werden. Besonderes Augenmerk gilt dabei Menschen, die in einer Krisensituation besonders gefährdet sind: Menschen mit Behinderungen, Kinder unter fünf Jahren, schwangere und stillende Frauen sowie ältere Menschen.
Die Hilfe setzt bei den dringendsten Grundbedürfnissen an. Wir sorgen dafür, das die Betroffenen Trinkwasser, Medikamente und Desinfektionsmittel sowie direkt konsumierbare Lebensmittel und Reis, Linsen, Pflanzenöl und Küchenutensilien erhalten. Auch die Unterbringung und der Schutz der Menschen stehen im Mittelpunkt der Nothilfe. Decken, Bettwäsche und Kleidung werden verteilt und wo notwendig werden zudem provisorische Unterkünfte unterstützt. Gleichzeitig stärken wir die medizinische Versorgung vor Ort, unter anderem durch die Sicherstellung der Stromversorgung von Gesundheitszentren mit Generatoren und Solarlösungen. Auch Moskitonetze und psychosoziale Unterstützung sind Teil der geplanten Hilfe.
Wir brauchen Ihre Unterstützung
Ihre Spende hilft unmittelbar und dort, wo sie jetzt am dringendsten gebraucht wird. Sie trägt dazu bei, dass Familien Zugang zu sauberem Wasser und Nahrung erhalten, kranke Menschen medizinisch versorgt werden können und besonders vulnerable Menschen nicht allein gelassen werden.
Helfen Sie mit und schenken Sie den Menschen in Nepal Hoffnung, Schutz und die dringend benötigte Unterstützung. Vielen Dank.
Jede Spende hilft, schnell zu handeln.
Herzlichen Dank, dass Sie die Menschen vor Ort in Ihrer grössten Not nicht alleine lassen.
Ausmass der Zerstörung
Die schwere Sturzflut hat ganze Dörfer weggeschwemmt und unter Geröll begraben. Strassen, Brücken und Wasserkraftanlagen wurden durch die Schlammlawine beschädigt, die Stromzufuhr und Kommunikationsverbindungen teilweise abgeschnitten. Hinzu kommen massive Verkehrsstaus, sodass die Anfahrt in einige Gebiete derzeit mehrere Stunden dauern kann. Auch die Durchquerung bestimmter Regionen ist weiterhin eingeschränkt.
Insgesamt wurden 7451 Sicherheits- und Rettungskräfte für die Such- und Rettungsmassnahmen mobilisiert. Die Regierung führt in Zusammenarbeit mit den beteiligten Behörden und Organisationen umfassende Such-, Rettungs- und Hilfsmassnahmen durch. 305 Menschen konnten bereits per Hubschrauber gerettet werden.
Erneuter Dammbruch
Am Freitag kam es zudem erneut zu einem Dammbruch an dem See, der sich in demselben Gebiet in China gebildet hatte, in dem es bereits am Mittwoch zu einem Dammbruch gekommen war. Daraufhin hat die Regierung eine Warnung für die flussabwärts gelegenen Uferabschnitte der Flüsse Bhotekoshi und Trishuli herausgegeben.
Die genaue Ursache der Katastrophe ist weiterhin Gegenstand von Untersuchungen. Eine erste Erklärung geht von einem Ereignis im Gletschergebiet aus: Eine Lawine könnte einen Zufluss des Bhotekoshi-Flusses versperrt und dadurch grosse Wassermengen zurückgestaut haben. Der Fluss hat seinen Ursprung im tibetischen Hochland. Wenn sich ein solcher natürlicher Staudamm plötzlich löst, können enorme Wassermassen gemeinsam mit Eis, Schlamm und Geröll talabwärts schiessen.
Auch aktuelle Satellitenaufnahmen liefern Hinweise auf einen möglichen Zusammenhang mit einem Lawinenabgang. Nach Einschätzung der nepalesischen Katastrophenschutzbehörde könnte eine Mischung aus Schnee und Fels eine massive Schlammlawine am Lhende-Fluss ausgelöst haben. Welche Ereignisse letztlich zur verheerenden Flut geführt haben, ist derzeit jedoch noch nicht abschliessend geklärt.
Die FAIRMED-Projekte sind indes nicht direkt von der Katastrophe betroffen, der Distrikt Rasuwa ist jedoch ein Nachbardistrikt von Sindhupalchok, wo wir tätig sind.