Ein guter Start für eine sichere Reise in tropische Länder ist die Webseite HealthyTravel der Schweizer Fachgesellschaft für Tropen- und Reisemedizin, die aktuelle Empfehlungen und Informationen zu Ausbrüchen von Krankheiten liefert. Für Malariagebiete bietet die Plattform eine einfache Suchfunktion, über die sich das Risiko im Zielland überprüfen lässt. So gelten die FAIRMED-Projektländer Kamerun und Zentralafrikanische Republik als Hochrisikogebiete. In Nepal beschränkt sich das Malariarisiko auf die tropische Flachlandregion Terai an der Grenze zu Indien, während Sri Lanka inzwischen als malariafrei gilt. Das grosse und geografisch vielfältige Indien deckt sogar das gesamte Spektrum ab – von keinem Risiko in Höhenlagen über 2500 Metern bis zu sehr hohem Risiko im Nordosten. Es lohnt sich daher, nicht nur das Reiseland zu prüfen, sondern auch die geplante Reiseroute.
Zwischen Mückenspray und Medikamenten: Das braucht es wirklich
Die Einschätzung des Malariarisikos entscheidet darüber, welche vorbeugenden Massnahmen empfohlen werden. Für Regionen mit geringem bis mittlerem Risiko genügt häufig ein Mückenschutz, wie er in jeder Schweizer Apotheke erhältlich ist. Der Schutz sollte insbesondere in den Abendstunden aufgetragen werden, da die Malaria übertragenden Mücken in dieser Zeit besonders aktiv sind. Die beste Wirkung erzielt Mückenschutz in Kombination mit heller, langärmliger Kleidung und langen Hosen. Da die Mücken gerne schlafende Menschen stechen, ist die Wahl des Schlafbereichs ebenfalls wichtig. Mücken mögen keine kalte Luft, daher sind klimatisierte Räume eine gute Wahl. Auch geschlossene Fenster und Moskitonetze verringern das Risiko, dass die unliebsamen Gäste zu Besuch kommen.
Medikamente für Reisende, Impfstoffe für die lokale Bevölkerung
Auch auf die Häufigkeit der Einnahme und auf die Art der Nebenwirkungen hat die Wahl der Prophylaxe Einfluss. Manche Medikamente werden wöchentlich eingenommen, andere täglich. Einige helfen ausschliesslich gegen Malaria, andere können auch Durchfallkrankheiten und weitere von Parasiten übertragene Krankheiten bekämpfen. Einige müssen zudem bereits einige Wochen vor oder auch noch mehrere Wochen nach der Rückkehr von der Reise eingenommen werden, was den Reisenden eine gewisse Disziplin abverlangt. Für Kinder, die dauerhaft in Malariagebieten leben, stehen inzwischen Impfstoffe zur Verfügung. Erste Daten aus Studien der WHO deuten darauf hin, dass diese Impfungen in Kombination mit Schutzmassnahmen wie Mückennetzen die Kindersterblichkeit in den betroffenen Regionen deutlich senken können. Die Impfung ist für Erwachsene noch nicht zugelassen, daher sind Reisende weiterhin auf die medikamentöse Prophylaxe angewiesen.
FAIRMED teilt ihr Büro an der Aarbergergasse in Bern mit Nadine Schecker, der Leiterin der Swiss Malaria Group und der Schweizer Allianz gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten SANTD.
